Märkte Dax schließt mit dicken Gewinnen

Beflügelt von Fusionsfantasien unter deutschen Banken hat der Dax am Montag kräftig zugelegt. Analysten indes beurteilten die Gerüchte sehr skeptisch. Gefragt waren auch die Titel der Münchener Rück, die am Dienstag Zahlen vorlegt.

Frankfurt/Main - Spekulationen um eine Megafusion deutscher Großbanken und eine freundliche Eröffnung an der Wall Street haben den deutschen Aktienmarkt am Montag starken Aufwind gegeben. Beflügelt von den Kursgewinnen bei den Banken startete der Dax  freundlich in die neue Woche und schloss am Montag 2,6 Prozent fester bei 3737 Punkten.

Auch die Neben- und Technologiewerte tendierten freundlich: Der MDax  verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 4284 Zähler, der TecDax  legte um 1,8 Prozent auf 554 Punkte zu.

"Die Spekulationen um Bankenfusionen sind heute das beherrschende Thema an der Börse", sagte Aktienhändler Oliver Opgen-Rhein von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Zudem habe sich die geopolitische Lage wieder beruhigt. Kurz nach den jüngsten Anschlägen von Istanbul hätten viele Investoren aus Angst vor neuen Attentaten von Aktien in die als sicher geltenden Anleihen umgeschichtet.

Auch die Situation an den Devisenmärkten trug zu der freundlichen Stimmung auf dem Aktienmarkt bei, da der Dollar wieder etwas an Stärke gewann. Der Referenzkurs des Euro wurde am frühen Nachmittag bei 1,1823 Dollar festgestellt nach 1,1899 Dollar am Freitag. Am frühen Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1783 Dollar.

Die Wall Street zeigte sich fest. Der Dow Jones  kletterte bis Handelsschluss in Deutschland um 1,2 Prozent auf 9746 Zähler. An der Technologiebörse verbuchte der Nasdaq Composite  ein Plus von rund zwei Prozent bei 1931 Punkten.

Fusionsfantasien treiben die Finanzwerte an

HypoVereinsbank macht das Rennen

Finanzwerte gehörten zu den größten Gewinnern im Dax. HypoVereinsbank  kletterten um 4,74 Prozent auf 19 Euro und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Bei der Commerzbank  betrug das Plus 4,44 Prozent auf 16,24 Euro. Titel Deutsche Bank  stiegen um rund 3,16 Prozent auf 56,07 Euro.

Die deutschen Bankenwerte hatten am Montag mit deutlichen Kursgewinnen auf Medienberichte über eine Forderung von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) für eine große Bankenfusion in Deutschland reagiert. Allerdings bezweifeln Händler und Analysten einhellig, dass die ertragsschwachen deutschen Geschäftsbanken gerade auf Anraten der Politik die Konsolidierung voran treiben würden.

Schon am Sonntag hatte es in Reaktion auf einen Bericht des "Spiegel" aus Kreisen der Frankfurter Großbanken geheißen, die Institute ließen sich nicht voreilig zu Kooperationen oder gar Zusammenschlüssen drängen. Am Montag dementierte das Finanzministerium, Eichel habe eine Großfusion gefordert und nannte entsprechende Berichte "groben Unsinn". Die Politik könne nur auf die Rahmenbedingungen einwirken.

Analysten zeigen sich skeptisch

Analysten äußerten sich skeptisch über eine "deutsche Lösung" bei der von vielen Experten seit langem erwarteten Konsolidierung des Bankensektors. "Ordnungspolitisch macht eine Fusion keinen Sinn. Bei Übernahmen aus dem Ausland würde es zu weniger Entlassungen kommen als bei einer Megafusion", sagte Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin. Sein Kollege Jörn Kissenkötter rechnet ebenfalls nicht mit einem großen Zusammenschluss. "Mit einer Fusion der vier deutschen Großbanken ist in nächster Zeit nicht zu rechnen. Die Unternehmensphilosophien sind zu verschieden, die Gehaltsstrukturen zu unterschiedlich und bei einer Zusammenführung der Kreditportfolien würden große Konflikte entstehen."

Die Aktien der Allianz  verbesserten sich um 3,57 Prozent und schlossen bei rund 92,30 Euro. Die Papiere der Münchener Rück , die am Dienstag Zahlen für das dritte Quartal vorlegt, kletterten um rund 3,45 Prozent auf 102,42 Euro. Analysten erwarten zum ersten Mal sei sechs Quartal wieder einen Nachsteuergewinn.

Stark auch das Papier von MAN , das um 4,31 Prozent auf rund 22 Euro zulegte. Am Dax-Ende notierten die Papiere der Deutsche Börse , die rund ein halbes Prozent leichter schlossen bei 42,66 Euro.

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