Wella Abrechnung im Februar

Seit der Übernahme durch Procter & Gamble hagelt es Kritik von den Minderheitsaktionären. Sie halten den Kaufpreis und das Angebot für die Vorzugsaktien für unfair. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung dürfte es turbulent werden.

Darmstadt - Die außerordentliche Hauptversammlung sei für den 3. Februar geplant, teilte Wella am Montag mit. Mit der Einladung reagiert Wella  auf eine Forderung von Minderheitsaktionären, die eine Prüfung des Kaufpreises verlangen. Procter & Gamble  hatte für die Stammaktien, die sich überwiegend im Besitz der Familienerben befanden, 92,25 Euro und für die Vorzugsaktien 65,00 Euro gezahlt. Diese große Spanne wird als unfair eingeschätzt.

Bei der Vollversammlung soll auch die Rolle des Wella-Vorstandes beim Verkauf geprüft werden. Nach Meinung der Minderheitsaktionäre habe der Vorsitzende Heiner Gürtler den angebotenen Preis anfangs bedauert und später - als ihm eine führende Position bei P&G angeboten worden sei - akzeptiert.

Diese Kritik wies der Vorstand zurück und warnte seinerseits die Minderheitsaktionäre. Ihre "störenden Einflüsse" gefährdeten "die positive Geschäftsdynamik" des Unternehmens.

Bislang besitzt P&G rund 98 Prozent der Wella-Stammaktien, aber nur 45 Prozent der Vorzugsaktien. Um die freien Aktionäre aus dem Unternehmen zu drücken (Squeeze Out) und damit die vollständige Kontrolle zu übernehmen, benötigt P&G jedoch 95 Prozent aller Aktien.

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