Devisen Euro nimmt Verschnaufpause

Zum Wochenauftakt ist der Kurs der Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,18 Dollar gefallen. Die Stimmung am Markt ist nach Ansicht von Devisenhändlern aber weiter gegen den Greenback gerichtet.

Frankfurt am Main - "Wir sehen heute eine Korrektur der Gemeinschaftswährung", sagte ein Devisenhändler in Hamburg. Marktteilnehmer sprachen aber nur von einer technisch bedingten Konsolidierung, nachdem der Euro daran gescheitert sei, die Marke von 1,20 Dollar zu erreichen.

Ein Händler in Frankfurt sagte: "Der Euro wird im Tagesverlauf seinen Boden finden, einen Großteil der Korrekturbewegung haben wir schon hinter uns. In den kommenden Tagen wird es für die Gemeinschaftswährung wieder aufwärts gehen in Richtung neuer Höchststände."

Vergangene Woche hatte die europäische Währung nach Reuters-Daten mit 1,1977 Dollar ihren höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Am Montagvormittag notierte der Euro (Chart ) mit 1,1789 Dollar nach 1,1915 Dollar zu Handelsschluss am Freitag in New York.

"Die Stimmung ist allerdings immer noch gegen den Dollar", hieß es im Handel. Die US-Währung werde weiterhin wegen der Angst vor Anschlägen und der hohen Defizite im Haushalt und der Leistungsbilanz der USA unter Druck geraten.

Angst vor US-Protektionismus

Auch die Angst vor einer protektionistischen Handelspolitik der USA wird den Dollar nach Einschätzung von Händlern in Zukunft weiter belasten. Am Dienstag hatte die US-Regierung Importquoten für bestimmte chinesische Textilprodukte angekündigt.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sprach sich am Montag in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC gegen Protektionismus aus. Dieser behindere grundsätzlich Wachstum und Beschäftigung. Trichet sagte außerdem, die EZB sei sich der Risiken durch mögliche weitere Anschläge bewusst, erwarte aber keinen starken Einfluss davon auf die Weltwirtschaft.

Opec-Öl deutlich teurer

Zum Winterbeginn auf der Nordhalbkugel ist auch das Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutlich teurer geworden. Ein Barrel (159 Liter) habe in der letzten Woche durchschnittlich 29,32 Dollar gegenüber 28,61 Dollar in der Woche davor gekostet, berichtete das Opec-Sekretariat am Montag in Wien. Damit liegt der Preis klar jenseits des angestrebten Preisbandes zwischen 22 und 28 Dollar.

Im vergangenen Oktober war ein Barrel Opec-Öl im Schnitt für 28,54 Dollar zu kaufen. Im vergangenen Jahr hatte diese Menge durchschnittlich 24,36 Dollar gekostet. Der Preis wird aus einem Korb von sieben Ölsorten der elf Mitgliedstaaten ermittelt. Die Opec-Erdölminister kommen in der nächsten Woche in Wien zusammen, um über Preise und Fördermengen zu beraten.

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