Mittwoch, 19. Juni 2019

Julius Bär Mit einem blauen Auge davongekommen

Der umstrittene Prospekt des von Kurt Ochner gemanagten "Creativ"-Aktienfonds war nach einem Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichts doch in Ordnung. Die Schweizer Anlagegesellschaft muss keinen Schadenersatz zahlen.

Frankfurt am Main - In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hat das OLG die Klagen dreier Privatleute abgewiesen, die sich über die risikoreiche Anlagestrategie des Fonds am Neuen Markt getäuscht fühlten. Im Gegensatz zum Landgericht Frankfurt fanden die OLG-Richter im Prospekt zahlreiche Hinweise, die ein eindeutiges Gesamtbild ergäben (Az.: 8 U 24/03).

Etliche Formulierungen hätten auf ein sehr riskantes Management schließen lassen, erklärten die OLG-Richter zu ihrer Entscheidung zu Gunsten der Julius Bär Kapitalanlage AG (Zürich). Insbesondere sei in dem Prospekt von Zukunftsorientierung, modernen Technologien und ungewöhnlichen Anlagemethoden die Rede gewesen. Das Gericht ließ die Revision beim Bundesgerichtshof zu, da es zur Frage der Prospektvollständigkeit noch keine höchstrichterliche Rechtsprechung gebe.

Noch nicht in zweiter Instanz entschieden ist die Klage des Schlagerproduzenten Jack White, der nach eigenen Angaben 80 Prozent seines eingesetzten Kapitals mit dem Creativ-Fond verloren hat. Die erste Instanz hatte ihm 3,5 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen; das OLG sieht hingegen weiteren Beweisbedarf. Dabei geht es um die Aufklärungs- und Beratungspflichten des Anlageberaters Whites.

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