Mittwoch, 23. Oktober 2019

Ahold Umsätze besser als erwartet

Die Umsätze des Handelsriesen im dritten Quartal fallen nicht so stark, wie Analysten das erwartet haben. Diese positive Nachricht überlagert skeptische Andeutungen zum Betriebsergebnis 2003. Die Aktie ist gefragt.

Amsterdam - Der angeschlagene niederländische Einzelhandelskonzern Ahold Börsen-Chart zeigen hat im dritten Quartal 7,1 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Die konsolidierten Erlöse beliefen sich auf 13,0 Milliarden Euro, meldete das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam.

Experten hatten zwischen 12,4 und 13,0 Milliarden Euro erwartet. "Der Umsatz wurde deutlich beeinflusst von niedrigeren Wechselkursen, vor allem beim US-Dollar - ohne Währungseinflüsse stiegen die Erlöse um 2,7 Prozent", hieß es in der Unternehmensmitteilung weiter. In Frankfurt kletterte die Aktie am Dienstag um rund 1,90 Prozent auf 7,90 Euro.

Betriebsergebnis 2003 schwächer erwartet

Im Gesamtjahr würde die anhaltend schwache Weltwirtschaft sowie die starke Konkurrenz auf dem Umsatz lasten, kündigte der weltweit drittgrößte Einzelhändler an. Das Betriebsergebnis 2003 werde voraussichtlich unter dem anhaltenden Druck auf die Margen leiden, vor allem bei der amerikanischen Tochter U.S. Foodservice. Zudem betonte der Konzern, dass an unternehmensfremde Berater im laufenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro gezahlt werden müsse.

Ergebnisse noch nicht testiert

Die U.S. Foodservice war der Dreh- und Angelpunkt eines Bilanzskandals, in den der Mutterkonzern verstrickt ist. Ahold hatte Ende Februar dieses Jahres "erhebliche Bilanzunregelmäßigkeiten" gemeldet. Nicht zuletzt wegen der Betrügereien bei U.S. Foodservice wuchs die Summe der Bilanztricks, mit denen der Vorsteuergewinn künstlich erhöht worden war, auf 880 Millionen Dollar an. Der Chef der US-Tochter, Jim Miller, war daraufhin im Mai zurückgetreten.

Im dritten Quartal hätten Übernahmen oder Verkäufe keinen nennenswerten Einfluss auf die Umsätze gehabt. Ahold machte zugleich darauf aufmerksam, dass alle nun veröffentlichten Ergebnisse vorläufige Zahlen seien. Wirtschaftsprüfer müssten sich das Zahlenwerk noch ansehen.

Nach Regionen aufgeteilt entwickelten sich die Umsätze im dritten Quartal unterschiedlich. Während Ahold in den USA und in Europa mehr umsetzte, schrumpften die Erlöse in Südamerika und Asien.

Erlöse in den USA und Europa steigen

In den Vereinigten Staaten legte der Einzelhandelsumsatz in Dollar um 3,3 Prozent zu. Damit wuchsen die Erlöse hier von 6,0 auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Umsätze um 1,1 Prozent. Bei der US-Tochter Foodservice kletterte der Nettoumsatz um 5,9 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Auch eine niedrigere Marge habe diesen Zuwachs ermöglicht. "Die Übernahmen von Allen Foods und Lady Baltimore im Dezember beziehungsweise im September 2002 steuerten etwa zwei Prozent zu dem Wachstum bei", hieß es.

In Europa setzte Ahold mit 3,0 Milliarden Euro 0,3 Prozent mehr um. Den niedrigeren Umsatz bei der niederländischen Supermarktkette Albert Heijn hätten Zuwächse beim Einzelhändler Schuitema sowie in Zentraleuropa und Spanien ausgeglichen.

In Südamerika sackte der Umsatz um 12,8 Prozent auf 511 Millionen Euro ab. Ahold schrieb dies der Veräußerung der chilenischen Gesellschaft Santa Isabel im Juli 2003 zu. In Asien brachen die Erlöse um 28 Prozent auf 78 Millionen Euro weg. Als Gründe nannte Ahold den Verkauf einer Mehrheit an Ahold Malaysia und an Ahold Indonesien im Verlauf des dritten Quartals.

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