Palm Anleger nach Zahlen enttäuscht

Der weltgrößte Taschencomputer-Hersteller verringert den Verlust stärker als erwartet. Der Umsatz bleibt aber hinter den Markterwartungen zurück. Investoren ziehen sich aus der Aktie zurück.

New York - Palm  hat im abgelaufenen Geschäftsquartal dank eines stärkeren Absatzes teurer Produkte den Verlust unerwartet deutlich verringert. Da die Gesamtnachfrage allerdings schwach blieb, legte der Umsatz weniger kräftig zu als von Analysten vorausgesagt. Im Börsenhandel am Freitag fiel die Aktie von Palm gut zwei Stunden nach Handelseröffnung in New York um rund sieben Prozent auf 21 Dollar.

Das Unternehmen, das vor der Übernahme des Konkurrenten Handspring steht, wies für das erste Geschäftsquartal (zum 31. August) einen Nettoverlust von 21,7 (Vorjahreszeitraum minus 258,7) Millionen Dollar oder 0,74 (8,93) Dollar je Aktie aus. Ohne Berücksichtigung von Restrukturierungskosten ergab sich ein Fehlbetrag von 16,9 Millionen Dollar oder 0,58 Dollar je Aktie. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit einem höheren Minus von 0,83 Dollar je Aktie gerechnet.

Der Umsatz legte zwar um drei Prozent auf 177,4 Millionen Dollar zu, blieb damit aber unter den Analystenprognosen, die von 180,6 Millionen bis 184,5 Millionen Dollar reichten.

Analyst: Palm im operativen Geschäft auf gutem Weg

Palm profitierte von einem deutlich gestiegenen durchschnittlichen Verkaufspreis für seine Produkte. Darin spiegelt sich nach Angaben von Finanzchefin Judy Bruner der gestiegene Anteil hochpreisiger Produkte im Produktangebot wider. Schaue man jedoch auf die Stückzahlen, sei die Marktnachfrage insgesamt im Vorjahresvergleich wohl eher rückläufig gewesen. Vor allem die Auslieferungen an Einzelhändler seien deutlich geschrumpft, sagte Bruner.

Analysten sprachen von einem anhaltend harten Wettbewerb. Die Situation bei Palm habe sich jedoch offenbar stabilisiert, sagte Barry Jaruzelski von Booz Allen Hamilton. Die operative Geschäftsentwicklung des Branchenprimus jedenfalls sei ermutigend.

Palm wird die Handspring-Übernahme voraussichtlich in den kommenden Wochen abschließen. Dann wird sich das neue Unternehmen in zwei börsennotierte Gesellschaften aufspalten: den Hardwarehersteller PalmOne und den Softwareproduzenten PalmSource.

Palm: Erstens, zweitens, drittens

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