Tagesausblick ZEW und Frenzel sorgen für Schwung

Die Zinsentscheidung der Fed und der anstehende Verfallstag sollten Bewegung bringen. Konjunkturoptimisten erwarten heute Vormittag zum neunten Mal gute Nachrichten vom ZEW. Gerüchte um Tui-Chef Frenzel sorgen für Furore.

Hamburg - Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) könnte heute um 11 Uhr dem Dax neuen Auftrieb geben. Der Konjunkturindex für September soll nach Schätzungen von Experten deutlich von 52,5 auf 57,7 Punkte gestiegen sein: Dies wäre der neunte Anstieg in Folge und würde die Hoffnung stärken, dass sich auch Deutschland im Schatten einer anziehenden US-Konjunktur erholt. Das ZEW befragt jeden Monat Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen.

Wall Street im späten Handel etwas schwächer

Der Dax , der am Montag 0,2 Prozent auf 3516 Zähler zugelegt hatte, dürfte dennoch verhalten starten. Im späten Handel gaben Dow Jones  (minus 0,2 Prozent) und Nasdaq Composite  (minus 0,7 Prozent) jeweils leicht nach.

An den US-Börsen halten sich Konjunkturoptimismus und Bedenken wegen der besonders an der Nasdaq wieder stark angestiegen Bewertungen derzeit die Waage. "Damit die Kurse weiter steigen, brauchen wir weitere Hinweise, dass Konjunktur und Unternehmensgewinne nach oben drehen", sagte ein Händler.

US-Notenbank dürfte Zinsen niedrig halten

Ebenfalls um 11 Uhr veröffentlicht das Kieler Institut für Weltwirtschaft seine Konjunkturprognose für Deutschland. Die Entwicklung der Preise und Realeinkommen in den USA wird heute um 14.30 Uhr bekannt gegeben, Beobachter erwarten eine Preissteigerung von 0.3 Prozent.

Nach Handelsschluss in Deutschland wird um 20.15 Uhr schließlich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank seine Zinsentscheidung bekannt geben. Die Mehrheit der Analysten erwartet jedoch, dass die Zinsen unverändert bei 1,0 Prozent bleiben.

Starkes Wachstum, doch kaum neue Jobs

Das erwartet hohe Wachstumstempo der amerikanischen Konjunktur dürfte die Währungshüter der US-Notenbank (Fed) davon abhalten, die Zinsen weiter zu drücken. Entscheidend für die Aktienmärkte dürfte die Einschätzung der Währungshüter zur Konjunkturentwicklung sein. Volkswirte halten ein Wachstum der US-Konjunktur von mehr als vier Prozent im zweiten Halbjahr für möglich.

Analysten der Commerzbank halten es für unwahrscheinlich, dass die Ökonomen der Fed übertrieben opotimistisch sind, was die Konjunkturerholung betrifft, denn die Bedingungen am US-Arbeitsmarkt hätten sich bisher nicht verbessert. Daher sei ein Statement zu erwarten, dass auf längere Sicht niedrige Zinsen in Aussicht stelle. "Der Markt erwartet Sätze wie 'Die Wirtschaft ist gut, aber wir machen uns Sorgen um die Arbeitslosigkeit'", sagte ein Händler.

Tui: Frenzel sucht angeblich Investoren

Großer Verfallstag am Freitag

Für mehr Bewegung als die Konjunkturdaten in dieser Woche dürfte der am Freitag anstehende dreifache Verfallstag sorgen. In dieser Woche wird an den Börsen viel Geld hin und her geschoben, da am Freitag der dreifache Hexensabbat oder "große Verfalltag" ansteht. An diesem Tag laufen an der Terminbörse Eurex die Futures und Optionen auf den Deutschen Aktienindex sowie Optionen auf Aktien aus.

Der dreifache Verfallstag findet jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember statt. Große Marktteilnehmer wie Fonds- und Vermögensverwalter versuchen unmittelbar vor dem Verfallstag, die aktuellen Kurse auf jenes Niveau zu treiben, das ihrem Engagement an der Terminbörse entspricht.

Tui: Frenzel sucht angeblich Investoren

Im Dax stehen neben den Automobil- und Technologiewerten weiterhin die Aktien von ThyssenKrupp  im Mittelpunkt: ThyssenKrupp  hatte gestern mehr als drei Prozent zugelegt, da der Konzern seine Stahlproduktion in China deutlich ausweiten will.

Auch die Aktie des Touristikkonzerns Tui  zieht Interesse auf sich. Der Vorstandsvorsitzende der Tui, Michael Frenzel, arbeitet nach Information der "Börsen-Zeitung" an einem Management-Buyout. Dieses würde die Übernahme von weniger als 30 Prozent der TUI-Anteile von der WestLB, vorsehen, um ein Angebot an die außenstehenden Aktionäre zu verhindern.

Dem Vernehmen nach soll Frenzel bereits seit Monaten auf der Suche nach Finanzinvestoren sein, die seine Pläne unterstützen sollen. Als mögliche Kandidaten gelten Private-Equity-Gesellschaften wie Permira, Apax oder Cinven. Bisher soll die Suche erfolglos gewesen sein, schreibt das Blatt.

Tokio nach Feiertag fester

Die Börse in Tokio hat am Dienstagvormittag nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende fester tendiert. Trotz der negativen Vorgabe der Wall Street vom Vortag legte der Nikkei um 174 Zähler (1,6 Prozent) auf 10887 Punkte zu: Die Bank of Japan hat ihre Konjunkturprognose für Japan deutlich erhöht.

Am Devisenmarkt legte der Euro gegenüber dem Dollar zu. Am Morgen kostete ein Euro 1,1289 US-Dollar.

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