Inflation Teuerung schwächte sich ab

Der Anstieg der Inflationsrate hat sich in Deutschland erstmals in diesem Jahr gegenüber dem Vormonat deutlich abgeschwächt. Die Verbraucherpreise im Mai lagen im bundesweiten Schnitt um 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach einem Plus von noch 0,7 Prozent im April, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Wiesbaden - Ursache für die geringere Teuerungsrate waren vor allem die rückläufigen Preise für Telefondienstleistungen, die sich um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verbilligten. Günstiger als vor einem Jahr waren vor allem die Ausgaben für Zentralheizung, Fernwärme (minus 7,3 Prozent), pharmazeutische Erzeugnisse (minus 6,2 Prozent) und Pauschalreisen (minus 2,2 Prozent).

Auch billigere Preise für Fleisch und Fleischwaren (minus 3,3 Prozent), Obst (minus 3,1 Prozent) sowie Kaffee (minus 6,9 Prozent) hätten den Anstieg der Teuerungsrate gedämpft. Sehr unterschiedlich entwickelten sich die Preise für Schuhe und Bekleidung, die im Westen 0,4 Prozent teurer und im Osten 0,1 Prozent billiger wurden, sowie für die Gesundheitspflege, die sich in Westdeutschland um drei Prozent, im Osten aber sogar um 8,6 Prozent verbilligten.

Ostdeutschland lag beim Preisanstieg im Mai mit 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht unter dem Westen, wo die Preise um 0,5 Prozent stiegen. Gegenüber April 1999 blieb die Inflationsrate im Mai unverändert. Auch der im Rahmen der Europäischen Union errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex zeigte einen Anstieg von nur 0,4 Prozent. Bereits seit Juli 1998 steht bei der gesamtdeutschen Inflationsrate eine Null vor dem Komma.

Teures Rohöl läßt Einfuhrpreise steigen

Die Einfuhrpreise insgesamt zogen vor allem wegen drastisch gestiegener Rohölpreise im April im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent an. Hier habe sich auch der gegenüber dem Euro deutlich gestiegene Kurs des Dollars ausgewirkt, erklärten die Statistiker. Binnen Jahresfrist fielen die Importpreise aber um 3,9 Prozent

Der Überschuß der Außenhandelsbilanz kletterte zwar im April auf 11,3 Milliarden Mark, die deutschen Ausfuhren fielen jedoch um drei Prozent unter das Vorjahresniveau. Die Exporte gingen im April auf 80,9 Milliarden Mark zurück. Da die Einfuhren jedoch um 4,2 Prozent auf 69,6 Milliarden Mark noch stärker fielen, lag der Überschuß über dem Vorjahresniveau. Die Leistungsbilanz zeigte ein Plus von 5,6 Milliarden Mark nach einem Plus von 1,6 Milliarden Mark im Jahr zuvor.

Auch in den ersten vier Monaten blieben die Exporte mit 309,5 Milliarden Mark unter dem Vorjahresniveau. Der Überschuß kletterte aber auf 42,8 Milliarden Mark. In der Leistungsbilanz ergab sich für diesen Zeitraum ein Plus von 0,1 Milliarden Mark, nach einem Defizit von fünf Milliarden Mark im Vorjahreszeitraum.

Trotz der Einführung des Euro sanken im April die deutschen Exporte in die Europäische Union, die wichtigste Stütze des deutschen Außenhandels, um 3,6 Prozent auf 46,8 Milliarden Mark. Die Ausfuhren in die Eurozone fielen um 2,9 Prozent auf 36,1 Milliarden Mark.