Auto-Aktien "Es läuft einfach nicht"

Die Autobauer geizen mit klaren Prognosen, denn eine Erholung der Branche ist noch nicht in Sicht. Die Investoren zeigen sich in ihren Hoffnungen enttäuscht. Autotitel stehen erneut auf ihren Verkaufslisten.

Frankfurt - Die Autokonzerne haben bei Präsentationen anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt die Finanzmärkte nicht von einer bevorstehenden Erholung der Branche überzeugen können. Nachdem die Aktien aller im Dax  notierten Autobauer bereits am Dienstag mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen waren, gaben die Titel am Mittwoch weiter nach.

Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba erklärte: "Die Hoffnungen auf positive Kommentare der Autokonzerne im Rahmen der IAA wurden enttäuscht." Ein Händler ergänzte: "Es läuft nicht für die Autobauer." Eine Erholung der Branchenkonjunktur sei noch nicht in Sicht und die neue Runde der Rabattschlacht in den USA "Gift für die Gewinne."

Die Aktien von Porsche , die am Vortag knapp sieben Prozent verloren hatten, gaben bis Mittwochmittag weitere zwei Prozent auf 376 Euro ab. Viele Investoren hätten nach Angaben von Händlern den Verzicht der Konzerne auf Prognosen für das nächste Jahr zum Anlass genommen, Gewinne einzustreichen.

Anleger streichen Gewinne ein

Die Konzerne gaben sich auf den Pressetagen im Vorfeld der IAA überwiegend optimistisch, vermieden aber auch konkrete Ertragsprognosen. "Was von der Autoshow herüberkommt, ist einfach nicht positiv genug, um die jüngste Rallye zu unterstützen. Daher nehmen die Investoren ihre Gewinne mit", sagte ein Händler einer großen deutschen Bank.

Die Aktien von DaimlerChrysler , Volkswagen  und BMW  rutschten bis Mittwochmittag zwischen zwei und drei weitere Prozent ab und zählten zu den schwächsten Werten im Dax.

VW-Ergebnis in den USA wird sinken

Volkswagen erwartet nach eigenen Aussagen vom Vortag zwar dank seines neuen Golf V für 2004 einen höheren Absatz und Gewinn, wollte eine konkrete Prognose aber nicht abgeben. Am Mittwoch rückte der Konzern dann mit der Nachricht heraus, dass er für 2003 in Nordamerika ein niedrigeres operatives Ergebnis als im Vorjahr erwartet.

Als Begründung nannte Vorstandsmitglied Jens Naumann das geringere Umsatzvolumen in den USA, höhere Kaufanreize und den gestiegenen Euro. Volkswagen rechne in 2003 in den USA mit 320.000 bis 330.000 verkauften Modellen. Im Vorjahr waren es noch 338.000.

Ähnlich verhielt sich BMW , die dank einer ganzen Reihe neuer Automodelle und erster positiver Signale von Seiten der Konjunktur für das nächste Jahr mit steigenden Absatzzahlen rechnen, aber konkret weder zum Gewinn noch zum Absatz etwas sagen wollten.

Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte zwar bestätigt, dass für das laufende Jahr bei der angeschlagenen US-Tochter Chrysler ein kleiner operativer Gewinn angestrebt sei. Doch verwies er auch auf die Risiken. Eine konkrete Prognose mochte auch Zetsche nicht abgeben.

Analysten für die Branche wenig zuversichtlich

Der Kurseinbruch von Porsche  war im Handel vor allem mit den Aussagen von Finanzvorstand Holger Härter begründet worden, der mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2003/04 erklärt hatte: "Wir wären über ein stabiles Ergebnis sehr glücklich." Dies wurde von Händlern und Analysten als "Gewinnwarnung" verstanden, also als eine Senkung der bisherigen Prognose.

Analysten hatten sich am Vortag insgesamt wenig zuversichtlich über den weiteren Ausblick für die Autoaktien geäußert. Aus charttechnischer Sicht sehe das nicht gut aus, hieß es. Sowohl die DaimlerChrysler-Aktien als auch die BMW-Aktien kämpften mit ihren Unterstützungslinien und könnten durchaus weiter fallen, hieß es.

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