Euro Konjunktur stützt die Währung

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal stärker gestiegen als erwartet. Die Zahl stützt die Hoffnung, daß die Konjunktur in Gang kommt. Der Euro legte prompt wieder zu.

Frankfurt - Der Euro hat sich am Dienstag morgen im europäischen Handel von seinen Tiefständen der vergangenen Tage erholen können. Am Morgen notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,03832/87 Dollar nach 1,0295/00 Dollar am Vorabend in New York. Zwischenzeitlich hatte der Euro sogar die Marke von 1,04 Dollar wieder überspringen können.

Händler erklärten, die europäische Gemeinschaftswährung profitiere von den Zahlen des deutschen BIP im ersten Quartal 1999. Der Anstieg um 0,4 Prozent sei etwas höher als erwartet ausgefallen und mache Hoffnung auf eine weitere Stärkung der Konjunktur im Jahresverlauf.

Ebenfalls zur Kurserholung trugen Äußerungen des designierten Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke in Berlin bei. Welteke sagte am Dienstag, der Kurs des Euro werde unter anderem durch die noch lange nicht gelösten Probleme im Kosovo belastet.

Der Kurs sei jedoch nicht allein ein europäisches Problem. Auch de USA müßten angesichts ihres Außenhandelsdefizits an einem stärkeren Euro interessiert sein. Den Startkurs des Euro bezeichnete Welteke als nicht richtige Bezugsgröße. Vielmehr sei das ECU-Kursniveau von Anfang 1998, das bei 1,08 Dollar gelegen habe, angemessen.

Welteke mahnte zugleich Haushaltsdisziplin in den Teilnehmerstaaten der Euro-Zone an. Die Entscheidung, Italien ein höheres Haushaltsdefizit zu gestatten, dürfe kein Präzedenzfall werden.