Eon Satte Dividende lockt

Dank der Tochter Ruhrgas hat Deutschlands größter Energiekonzern sein Betriebsergebnis deutlich verbessert. Der neue Konzernchef Bernotat macht Ernst mit der Expansion in Europa und verspricht deutliche Steigerungen der Dividende.

Düsseldorf - Der Betriebsgewinn sei um 19 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro gestiegen, teilte Eon am Donnerstag mit. Damit lag der Konzern um rund 150 Millionen Euro über den Durchschnitterwartungen der Analysten. Die Aktie von Eon  zeigte sich am Vormittag deutlich fester und zählte zu den größten Gewinnern im Dax.

Der Konzernüberschuss war im ersten Halbjahr mit 2,75 Milliarden Euro dagegen 19 Prozent geringer als vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr rechnet Eon allerdings mit einer Steigerung des Überschusses, da weitere Beteiligungen verkauft werden sollen. Das Betriebsergebnis 2003 werde höher liegen als das Vorjahresergebnis.

Schwerpunkt Europa

Eon kündigte zudem an, 36,3 Prozent an dem schwedischen Versorger Graninge für 530 Millionen Euro zu übernehmen. Damit erhöhe sich der Anteil an Graninge auf 72,6 Prozent. Der Mehrheitserwerb an Graninge stärke Eons Position in Skandinavien und sei damit ein konkreter Schritt zur Umsetzung der neuen Strategie, sagte Konzern-Chef Wulf Bernotat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor der Presse in Düsseldorf. E.ON sei ein integrierter Strom- und Gaskonzern mit einem "klaren Fokus auf Europa". Allerdings bleibe auch der Mittlere Westen der USA ein Zielgebiet für den Konzern.

"Offensive Dividendenpolitik"

Bis 2006 hat sich Eon zum Ziel gesetzt, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zwei Milliarden Euro auf 6,7 Milliarden Euro zu steigern. Dazu dürften Ruhrgas und die britische Tochter Powergen etwa eine Milliarde Euro beitragen.

Für den Free Cash-Flow des Konzerns gehe man davon aus, bis 2006 jährlich 2,4 Milliarden Euro erwirtschaften zu können. Die entsprechende Zielgröße beim Jahresüberschuss 2006 laute 3,4 Milliarden Euro. Der Konzern habe sich zudem "eine offensive Dividendenpolitik" vorgenommen, hieß es weiter. Die Dividende solle bis 2006 im Durchschnitt um einen zweistelligen Prozentbetrag steigen. Für das Jahr 2002 hat der Konzern, der seine Ausschüttung seit Jahren kontinuierlich gesteigert hat, eine Dividende in Höhe von 1,75 Euro ausgezahlt.

Nach dem Umbau des Konzerns stehen jetzt die Verbesserung der Rentabilität und gezielte Akquisitionen im Vordergrund. Der Schwerpunkt der geplanten Investitionen liegt in Europa. Bis zum Jahr 2005 will Eon rund 28 Milliarden Euro investieren.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.