Mobilcom Ertragswende geschafft

Der Gewinn ist deutlich gestiegen. Die Aktie des Unternehmens, das im vergangenen Jahr knapp der Pleite entkommen ist, klettert in Richtung 10-Euro-Marke.

Büdelsdorf - Die Mobilcom AG  hat im Kerngeschäft als Anbieter von Diensten anderer Mobilfunkunternehmen die Ertragswende geschafft. Wie Mobilcom am Dienstag mitteilte, erzielte der Konzern im zweiten Quartal einen Betriebsgewinn von 31,1 Millionen Euro, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Verlust von 18,8 Millionen ausgewiesen wurde.

Dabei schrieb das Unternehmen im so genannten Service-Providing-Geschäft einen Betriebsgewinn von 13,5 Millionen Euro nach 21,5 Millionen Euro Verlust im Vorjahr.

Weniger Kunden, doch mehr Umsatz

Trotz eines deutlichen Rückgangs der Kundenzahl im Mobilfunk um 600.000 auf 4,2 Millionen im Vergleich zum Stand zu Jahresanfang habe sich der Umsatz leicht auf 329 Millionen Euro von 321 Millionen im vorangegangenen ersten Quartal erhöht. Dies führte mobilcom auf einen höheren Umsatz pro Kunden zurück.

Unter dem Strich erreichte mobilcom sowohl im Halbjahr als auch im Quartal einen Reingewinn von 4,1 Millionen Euro beziehungsweise 3,6 Millionen Euro nach hohen Verlusten vor Jahresfrist. Auf Grund erwarteter Kosten für ein geplantes Programm zur Kundengewinnung im vierten Quartal kündigte mobilcom einen Rückgang des Konzernergebnisses an. Gleichzeitig bekräftigte das Büdelsdorfer Unternehmen aber seine Prognose, wonach der Konzern im Gesamtjahr einen Betriebsgewinn plant.

Sanierung schreitet voran

Mobilcom hatte bereits im ersten Quartal die Gewinnschwelle erreicht damit ein wesentliches Ziel seiner Sanierung erreicht. Von Januar bis März war ein kleiner Gewinn vor Steuern und Zinsen von 0,1 Millionen Euro erzielt worden. Ursprünglich hatte mobilcom erst für das gesamte erste Halbjahr die Rückkehr in die operative Gewinnzone angekündigt.

Ein Streit der beiden Hauptaktionäre Gerhard Schmid und France Telecom über die Investitionen beim Ausbau des UMTS-Mobilfunks hatte mobilcom im vergangenen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht. Die Pleite wurde mit Hilfe eines Sanierungskredits mehrerer Banken und der France Telecom abgewendet.

Freenet-Kurs explodiert

Als Teil der Verträge mit einem Bankenkonsortium hat sich mobilcom verpflichtet, seine profitable Internet- und Festnetztochter Freenet  zu verkaufen. Derzeit sucht mobilcom aber nach Wegen, an der Beteiligung festzuhalten und die Kredite trotzdem zu bedienen.

Die 76-Prozent-Beteiligung, die in diesem Jahr für 35 Millionen Euro das Festnetz-Geschäft von Mobilcom übernahm, konnte ihren Aktienkurs in den vergangenen sieben Monaten um mehr als 835 Prozent steigern. Damit ist das von Mobilcom gehaltene Paket gut 500 Millionen Euro wert.

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