T-Online Neue Ziele für das Jahr

Europas größter Internetprovider steigert Umsatz und Gewinn und schraubt seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich in die Höhe. Die Aktie klettert zeitweise auf Jahreshoch.

Darmstadt - Der größte europäische Internetanbieter T-Online teilte am Dienstag mit, er rechne jetzt bei wachsendem Umsatz mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 250 bis 300 Millionen Euro.

Bislang waren 180 bis 210 Millionen Euro vorhergesagt worden. Grund für die Steigerung der Ertragskraft sei unter anderem die wachsende Zahl von Breitbandkunden, deren Zahl zum Halbjahr um 41 Prozent gestiegen ist. Zum Anderen verbessert sich die Effizienz. Die im TecDax notierte Aktie von T-Online  erreichte zeitweise ein neues Jahreshoch.

"T-Online konnte in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld seinen Weg zu steigender Profitabilität bei weiterem Wachstum fortsetzen", resümierte der Vorstandsvorsitzende Thomas Holtrop die zurückliegenden sechs Monate. Das Umsatzplus im zweiten Quartal auf 449 (367) Millionen Euro zeige, dass das Internet auch in politisch ruhigeren Zeiten intensiv genutzt werde und sich als "viertes Massenmedium" etabliere.

Umsatzplus leicht unter den Erwartungen

Der in den Vorjahren zu beobachtende Sommer-Effekt sei diesmal nicht eingetreten; die Zahl der Online-Minuten blieb konstant. Im ersten Quartal hatte die T-Online International AG stark vom öffentlichen Interesse am Irakkrieg profitiert.

Im ersten Halbjahr legten die Erlöse um 22 Prozent auf 894 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen unverändert mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro nach knapp 1,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Damit würde sich das Wachstum auf rund 20 von 39 Prozent abschwächen.

12,6 Millionen Kunden - DSL gefragt

Die Zahl der Neukunden soll, wie bereits angekündigt, um eine Million steigen. Der Gesamtbestand lag zur Jahresmitte bei 12,67 Millionen. Das ist ein Plus von 430.000 gegenüber Ende 2002 und 1,1 Millionen mehr als nach den ersten sechs Monaten 2002.

Dabei stieg vor allem die Zahl der Surfer über breitbandige schnelle DSL-Anschlüsse - um knapp eine Million auf 3,2 Millionen. Auf dem deutschen Kernmarkt ergab sich eine Zunahme um 37 Prozent, im übrigen Europa wurde auf niedrigem Niveau ein Wachstum von 114 Prozent erzielt.

Die Rohertragsmarge stieg nicht nur im Jahresvergleich, sondern auch vom ersten auf das zweite Quartal. Damit ergab sich zur Halbzeit ein Wert von 56,7 (45,5) Prozent. Die Kapazitätsauslastung nahm seit Anfang 2002 um fünf bis zehn Punkte auf 60 Prozent zu.

Ebitda besser als erwartet - Gewinn 2004?

Hinzu kommen Verbesserungen auf der Kostenseite. Laut Finanzvorstand Rainer Beaujean gingen Vertriebs-, Herstellungs- und Verwaltungskosten in Relation zum Umsatz weiter zurück. Daher erzielte T-Online im zweiten Quartal ein Ebitda inklusive eines Veräußerungserlöses von 104 (42) Millionen Euro - weit mehr als die von den Analysten erwarteten 74 Mio EUR.

Bereinigt lag das Unternehmen damit zum Halbjahr bei 156 (minus 13) Millionen Euro - gut die Hälfte des jetzt angehobenen Zielwertes für ganz 2003. Unter dem Strich schrumpfte der Verlust auf 46 von 136 Millionen Euro. Ein erster Gewinn ist zumindest für 2004 in Sicht, wie Beaujean bekräftigte.