Tagesausblick Dax mit neuer Energie

RWE und T-Online übertreffen die Erwartungen. Anleger warten nun auf die Ergebnisse von Lufthansa, Allianz und Telekom. Sollte die US-Notenbank am Abend eine Zinswende andeuten, könnte dies den Index weiter stärken.

Hamburg - Bei dünnen Umsätzen hält sich der Dax tapfer über der Marke von 3300 Punkten: Zwar ist er gestern mit seinem Ausbruchsversuch an der Widerstandsmarke von 3365 Punkten abgeprallt, doch ist er nach Einschätzung von Charttechnikern trotz der gefürchteten flauen Börsenmonate August und September noch recht gut abgesichert.

Für freundliche Stimmung sorgt unter anderem das Ergebnis von RWE , das leicht über den Erwartungen lag. Der Versorger hat am Dienstag Morgen gemeinsam mit dem im TecDax notierten Internetdienstleister T-Online  den Zahlenreigen in dieser Woche eröffnet. Am morgigen Mittwoch folgen Deutsche Lufthansa  und MAN , am Donnerstag Allianz , Deutsche Telekom , Eon  und Linde .

Fed-Entscheid: Wann steigen die Zinsen wieder?

Am Dienstag Abend entscheidet die US-Notenbank über die Leitzinsen. Als relativ sicher gilt, dass die Fed den Zinssatz nicht verändern werde. Sollte die Fed die Marktteilnehmer auf ein moderates Wachstum in den USA und längerfristig niedrige Leitzinsen einstimmen, werde der DAX vermutlich in der jüngsten Seitwärtsbewegung verharren, heißt es.

Sollte die Fed hingegen ein positives Konjunkturbild mit einer baldigen Leitzinserhöhung malen, könnte der Dax mit Konjunkturhoffnung und einem starken Dollar zunächst das Jahreshoch bei knapp 3.500 Punkten testen, so das Szenario.

RWE steigert Gewinn

Der Energie- und Wasserkonzern RWE  hat im 1. Halbjahr 2003 einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet. Wie die RWE AG am Dienstag in Essen mitteilte, legte das Betriebsergebnis um 35 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro zu. Ursache war vor allem die erstmalige Einbeziehung von neu erworbenen Unternehmen.

Belastet wurde das Ergebnis durch Währungseffekte. Bereinigt um Käufe und Währungseffekte hatte RWE im Kerngeschäft mit Strom, Gas, Wasser und Umweltleistungen rund 13 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert abgeschlossen. RWE rechnet trotz der Sonderkosten für die neue Konzernstruktur weiter mit einem Rückgang des Nettoergebnisses in diesem Jahr von 25 bis 30 Prozent.

SAP gestärkt durch Oracle

Auch für SAP werden zunächst steigende Kurse erwartet. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte am Vortag den SAP-Konkurrenten heraufgestuft. Die Aktie von Oracle war daraufhin an der Wall Street gestiegen.

T-Online: Umsatz klettert um 22 Prozent

Auch Europas größter Internetanbieter T-Online  hat seine Gewinne im ersten Halbjahr 2003 weiter gesteigert. Vor Steuern habe sich das Ergebnis um mehr als 150 Millionen auf 23 Millionen Euro verbessert, teilte die Tochterfirma der DeutschenTelekom  am Dienstag mit. Der Umsatz erhöhte sich um 22 Prozent auf 894 Millionen Euro. Ende Juni hatten T-Online und ihre ausländischen Töchter in Österreich, der Schweiz, Spanien und in Frankreich insgesamt 12,7 Millionen Kunden.

Wall Street freundlich, Japan mit Wachstum

Dünne Umsätze an der Wall Street

Händler rechnen für Dienstag mit einem freundlichen Auftakt im Dax . Der Deutsche Aktienindex war gestern etwas fester mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 3339 Zähler aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones  hatte seine Gewinne im späten Handel leicht auf 0,3 Prozent ausgebaut, der Nasdaq Composite  ging 1,1 Prozent fester aus dem Handel. Der Umsatz lag jedoch mit 1,01 Milliarden Aktien auf dem niedrigsten Stand an einem vollen Handelstag in diesem Jahr.

Nikkei erholt sich - Japans Wirtschaft wächst

Die Börse in Tokio hat am Dienstag mit einem Gewinn von 0,8 Prozent auf 9564 Punkte geschlossen. Der Index orientiert sich wieder Richtung 10.000 Zähler. Die Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass die japanische Wirtschaft zwischen April und Juni um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen war und damit im sechsten Quartal in Folge. Auf das Jahr gerechnet ergab sich ein Wachstum von 2,3 Prozent, hieß es. Der Euro tendierte im frühen Handel zum Dollar fester bei 1,1357-59 Dollar nach 1,1278-80 Dollar am späten Vortag. Zum Yen tendierte der Euro fester mit 134,50-54 Yen nach 133,77-81 Yen am späten Montag.

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