Vivendi Ausbau im Medienbereich

Der Mischkonzern und wichtige Eurostoxx-Wert fusioniert mit dem traditionellen französischen Film- und TV-Produzenten und -Verleiher Pathé. Der Versorger will sich zum Medien-Unternehmen umbauen.

Paris - Der französische Mischkonzern Vivendi SA, Paris, und der Filmproduzent Pathé SA wollen über einen Aktientausch fusionieren. Wie beide Unternehmen am Montag mitteilten, sollen dabei zwei Pathé-Aktien in drei Vivendi-Aktien umgetauscht werden. Den Aktionären beider Unternehmen soll das Geschäft auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im September zur Abstimmung vorgelegt werden.

Vivendi erhält von Pathé die Aktivitäten im Kino- und TV-Geschäft sowie die Beteiligungen, unter anderem an der Tageszeitung Libération. Vivendi hatte sich erst kürzlich an den Pay-TV-Anbietern BSkyB und CanalSatellite beteiligt, wird aber letztere Anteile nach der Fusion an die hauseigene Pay-TV-Tochter Canal+ abgeben.

Der Mischkonzern, der erst im vergangenen Jahr den Traditionsnamen Compagnie Générale des Eaux für die Gruppe aufgab, hatte vor wenigen Monaten eine Beteiligung bei Pathé erhöht, um den ebenfalls interessierten Konkurrenten TF 1 abzuwehren.

Vivendi-Chef Messier möchte langfristig das Versorgergeschäft des Konzerns - die Firma ist Weltmarktführer im Wassergeschäft sowie führender Anbieter von Bau-Dienstleistungen - ausgliedern und an die Börse bringen. Vivendi soll sich dann auf Kommunikations-Dienstleistungen konzentrieren. Schon heute ist Vivendi der größte Verleger in Frankreich sowie der zweitgrößte Mobilfunk-Provider.