Sony Ericsson Enttäuschende Zahlen

Das Joint Venture bleibt hinter den Erwartungen zurück. Trotz steigender Absatzzahlen ist der Handyhersteller tiefer in die Verlustzone gerutscht und hat die Prognosen verfehlt.

Stockholm/Tokio - Der schwedisch-japanische Handyhersteller Sony Ericsson schafft in diesem Jahr wegen Umstrukturierungen nun doch nicht den Sprung in die Gewinnzone. Im zweiten Halbjahr 2003 will das Gemeinschaftsunternehmen des schwedischen Mobilfunk-Ausrüsters Ericsson  und des japanischen Technologiekonzerns Sony  allerdings profitabel wirtschaften, wie Sony Ericsson am Dienstag mitteilte.

Im abgelaufenen zweiten Quartal zeigte sich ein gemischtes Bild. Zwar stiegen Umsatz und Absatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, aber vor Steuern sank der Handyhersteller tiefer in die roten Zahlen. Auch der Fehlbetrag weitete sich aus. Im Berichtszeitraum lieferte Sony Ericsson dank "erfolgreicher Produkteinführungen" 6,7 Millionen Handys aus. Ein Jahr zuvor waren es noch fünf Millionen und im Vorquartal 5,4 Millionen Stück.

Im Berichtszeitraum stieg der Vorsteuer-Verlust im Jahresvergleich von 98 auf 102 Millionen Euro. Der Fehlbetrag erhöhte sich von 83 auf 88 Millionen Euro. Im Vorquartal stand bei Sony Ericsson unter dem Strich noch ein Minus von 104 Millionen Euro. Dagegen setzte das Unternehmen im zweiten Quartal mit 1,125 Milliarden Euro 18 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Plus von 40 Prozent.

Hohe Umstrukturierungskosten belasten

Ende Juni hatte Sony Ericsson angekündigt, Arbeitsplätze abzubauen. Dies betrifft auch den Standort in München. Daraus entstünden der Gesellschaft Umstrukturierungskosten von insgesamt 70 Millionen Euro. Davon seien 58 Millionen Euro im zweiten Quartal angefallen. Nach Abschluss der Umstrukturierungen strebt der Handyhersteller jährliche Einsparungen von etwa 120 Millionen Euro an. Erste Effekte sollen sich im laufenden zweiten Halbjahr 2003 bemerkbar machen.

Das Joint Venture war 2001 an den Start gegangen. Bisher ist es weit hinter den Erwartungen der Mutterkonzerne zurückgeblieben und hat bei schwachen Marktanteilen auf dem Weltmarkt für Handys hohe Verluste erzielt. Darauf reagiert die Gesellschaft unter anderem mit dem Abbau von Stellen.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.