Infineon Verkauft Siemens Anteile?

Der Chiphersteller kämpft mit Gerüchten, sein Großaktionär Siemens verkaufe Aktien. Das Papier fällt, derweil genehmigt die EU millionenschwere Beihilfen für ein Entwicklungszentrum.

Frankfurt - Die Aktien von Infineon  drehten am Dienstag ins Minus. Grund waren Gerüchte, dass der Großaktionär Siemens  Papiere des Chiphersteller platziert hätte. Am Morgen hatte das Papier noch um mehr als drei Prozent zugelegt.

"Es ist durchaus möglich, dass sich Siemens auf diesem recht hohen Kursniveau von Infineon-Aktien trennt", sagte ein Frankfurter Händler. Schließlich habe die Infineon-Aktie ihren Wert seit Mitte März nahezu verdoppelt. Auch habe Siemens nie einen "Hehl daraus gemacht, dass der Konzern die Strategie verfolgt, sich von den Infineon-Anteilen zu trennen". Ein anderer Händler zeigte sich hingegen skeptischer. "Die Gerüchte kommen immer dann auf, wenn die Infineon-Aktie plötzlich an Wert verliert."

Siemens wollte die Marktgerüchte nicht kommentieren. Der Konzern nehme keine Stellung zu Marktspekulationen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in München. Allerdings sei bekannt, dass sich Siemens mittelfristig von seinen restlichen knapp 40 Millionen Aktien an dem Halbleiterhersteller trennen wolle.

Eu billigt millionenschwere Beihilfen

Derweil erhielt Infineon im Laufe des Tages eine gute Nachricht. Die EU-Kommission genehmigte den Münchnern und den Konzernen AMD  und DuPont gemeinsam ein Entwicklungszentrum in Dresden mit staatlicher Hilfe zu bauen. Die EU-Kommission werde an diesem Mittwoch rund 100 Millionen Euro Beihilfen für den Bau des High-Tech-Zentrums in Sachsen genehmigen, verlautete es aus Kommissionskreisen in Brüssel. Damit darf der Staat das rund 400 Millionen Euro teure Werk mit einem Viertel der Summe fördern.

Infineon will in Dresden gemeinsam mit AMD und dem US-Konzern DuPont Belichtungsmasken zur Herstellung von Halbleitern entwickeln. Sie sind ein wichtiges Vorprodukt für die Chipherstellung. Das Maskenzentrum wird in unmittelbarer Nähe zu den Chipwerken von Infineon und AMD errichtet. Dort sollen nach früheren Angaben rund 170 Mitarbeiter einen Job finden.

Zweifel hat die EU-Kommission dagegen an der staatlichen Hilfe für Infineon in Portugal. Die geplante Finanzspritze für den Ausbau des Infineon-Werks in Villa do Conde (Grande Porto) müsse genauer unter die Lupe genommen werden, hieß es in Brüssel. Die Behörde werde am Mittwoch eine vertiefte Prüfung des Falls beschließen. Dort soll der Chiphersteller rund 76 Millionen Euro aus öffentlichen Töpfen erhalten. Die Kommission hält die Summe für überhöht. Sie hat nun maximal 18 Monate Zeit für eine Entscheidung.

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