Altana Zweistelliges Umsatzplus in Gefahr

Konzernchef Schweickart dämpft die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Nach deutlichen Abschlägen kann der Wert seine Verluste am Montag begrenzen.

Frankfurt - Nach einem negativen Ausblick von Altana  haben die Aktien des Pharma- und Chemieunternehmens am Montag gegen den positiven Trend nachgegeben. Das Papier konnte seine Verluste bis 11.35 Uhr allerdings auf rund ein halbes Prozent bei 55 Euro begrenzen. Gleichzeitig stieg der Dax um mehr als zwei Prozent auf 3309 Zähler.

"Wenn der Euro auf einem Niveau bleiben sollte wie bisher, nämlich um 1,15 Dollar im Jahresdurchschnitt, dann werden wir beim Umsatz ein zweistelliges Wachstum in Euro nur schwer erreichen können", sagte der Altana-Vorstandschef Nikolaus Schweickart dem Berliner "Tagesspiegel".

Vorstand steht zum Standort Deutschland

Trotzdem wolle Altana auch in Zukunft große Teile der Pharmaprodukte in Deutschland herstellen. "Wir lassen uns von Währungsschwankungen in den Produktions- und Standortentscheidungen nicht beeinflussen", sagte Schweickart weiter. Altana will nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden aber auch weiter im Ausland investieren.

Schweickart hatte im Mai als Ziel ausgegeben, 2003 mit zweistelligen Zuwächsen bei Gewinn und Erlösen das achte Rekordjahr in Folge zu schaffen. Doch bereits damals hatte der Altana-Chef eingeschränkt, dass die Höhe der Zuwächse in erster Linie von der weiteren Dollar-Entwicklung abhängig sei.

Im ersten Quartal 2003 hatte sich das Vorsteuerergebnis um 37 Prozent auf 177 Millionen Euro erhöht. Der Umsatz lag mit 678 Millionen Euro zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Ohne den schwachen Dollar wäre der Anstieg doppelt so stark gewesen.

Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz hat indes sein Rating für die Aktie von Altana mit "Outperformer" bestätigt. "Unsere Umsatzschätzung unterstellt ein Wachstum von 13 Prozent für 2003. Da wir von keiner raschen Erholung des Dollars ausgehen, werden wir unsere Umsatzprognose für Altana senken", kündigte der Experte am Montagmorgen an.

Vereins- und Westbank sieht Kurspotenzial ausgereizt

Die Vereins- und Westbank hat kurzfristig orientierten Investoren vor wenigen Tagen empfohlen Kursgewinne der vergangenen Wochen zu realisieren. "Das Potential der Aktie ist nach den überproportionalen Kursanstiegen der jüngsten Zeit ausgeschöpft", hatte Pharma-Analystin Anke Peters erklärt. Auf Sicht von drei Monaten blieben aber bis Montagvormittag unter dem Strich immer noch ein stattliches Plus von rund 17 Prozent.

Der Kursanstieg seit Ende Mai sei unter anderem auf die Veröffentlichung von Studienergebnissen für das Asthmapräparat Roflumilast zurück zu führen. Diese Ergebnisse seien jedoch nicht über das hinaus gegangen, was bereits im September vergangenen Jahres präsentiert worden sei. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Altana Roflumilast auf den Markt bringen wird, hat sich damit nicht erhöht", urteilt die Analystin.

Der Antrag zur Zulassung von Roflumilast in Europa sei für Ende 2003 geplant. "Sollten die Studienergebnisse, die dann veröffentlicht werden, den hohen Erwartungen entsprechen, könnte dies durchaus zu einer Anhebung des Kursziels für die Aktie führen", erklärte Peters weiter. Die Zulassung des Präparats Ciclesonide in Europa werde ebenfalls für das zweite Halbjahr 2003 erwartet. Aus fundamentaler Sicht sei das Potenzial der Aktie auf 55 Euro begrenzt.

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