Sumitomo Milliarden bei der UBS eingeklagt

Eine der größten Fehlspekulationen des Jahrhunderts soll die Schweizer UBS und die US-Bank Chase Manhattan noch einige Milliarden kosten. Die beim Kupferskandal von 1996 geschädigte Sumitomo-Bank will Schadenersatz.

Tokio/Basel/New York - Das japanische Wertpapier-Handelshaus Sumitomo hat die Union Bank of Switzerland (UBS) und die US-Bank Chase Manhattan auf die Zahlung von 91,7 Milliarden Yen (1,42 Mrd. Mark) im Zusammenhang mit Milliardenverlusten aus früheren Kupfergeschäften verklagt.

Die Klage steht im Zusammenhang mit Verlusten, die der ehemaligen Sumitomo-Chef-Kupferhändlers Yasuo Hamanaka verursachte.

Der hatte im Herbst 1995 versucht, den Kupfermarkt zu "cornern", also die Preise durch bewußte Manipulation nach oben zu treiben. Zuletzt hatte Hamanaka insgeheim eine Terminposition über 10 Prozent der Weltkupfervorräte aufgebaut. Als der Markt drehte, flogen die Aktionen von Sumitomo im Sommer 1996 auf und sorgten für Kursstürze und monatelange Turbulenzen am Kupfermarkt.

Dabei waren Sumitomo Verluste von umgerechnet knapp 5 Milliarden Mark entstanden. Hamanaka, der neben Barings-Totengräber Nick Leeson zu den großen Fehlspekulanten des Jahrhunderts gehört, war in Japan zu einer Gefängsnisstrafe verurteilt worden.

Neben UBS und Chase Manhattan waren an der Spekulation auch Merrill Lynch beteiligt. Gegen dieses Bankhaus ermittelt jetzt noch die US-Handelsaufsicht. Bei einer Verurteilung droht Merrill Lynch eine happige Strafe.

Währenddessen versucht Sumitomo, einen Teil des Schadens von den beteiligten Banken einzutreiben. Das japanische Bankhaus verklagte Chase Manhattan in New York auf die Zahlung von 63,8 Milliarden Yen (989 Mill. Mark). Die in Tokio eingereichte Klage gegen die UBS und einen ehemaligen Mitarbeiter der Bank belaufe sich auf 27,9 Milliarden Yen.

Sumitomo hatte der UBS diesen Betrag zurückgezahlt, den sich der Kupferhändler Hamanaka zuvor von der UBS geliehen habe. Nun sei aber klar geworden, daß die Kredite auf nicht existenten Derivategeschäften basiert hätten.

Die ausgeweitete Finanzierung der UBS an Hamanaka hätten diesem geholfen, seine illegalen Geschäfte fortzuführen. Dabei habe die UBS gewußt, daß Hamanaka nicht das Recht gehabt habe, sich eine solch hohe Summe zu leihen. Ähnlich argumentierte Sumitomo auch bei der Klage gegen die Chase Manhattan.