Roche Ungewöhnliches Aktiengeschäft

Der Schweizer Pharmakonzern übernimmt die US-Biotech-Schmiede Genentech komplett. Die Firma bleibt unabhängig, für die Aktionäre ändert sich nichts. Der Schritt bringt aber Geld in die Kassen von Roche.

Basel - Roche macht von seiner Option auf vollständige Übernahme von Genentech Gebrauch. Das US- Biotechnologie-Unternehmen soll jedoch unabhängig und an der Börse notiert bleiben, teilte die F. Hoffmann-La Roche (AG (Basel) mit.

Roche hält an Genentech 67 Prozent. Nun will der Konzern aufgrund einer 1990 abgeschlossenen und 1995 erneuerten Vereinbarung die restlichen 33 Prozent übernehmen. Anschließend möchte Roche seinen Anteil an Genentech reduzieren und bis zu 19 Prozent der Aktien an der Börse plazieren.

Die auf Medikamente wie Wachstumshormone oder Mittel gegen Brustkrebs spezialisierte Genentech hatte 1998 einen Umsatz von 1,15 Milliarden Dollar (2,1 Mrd DM/1,07 Mrd Euro) erzielt. Der Gewinn betrug 182 Millionen Dollar.

Die Idee hinter dem Schritt von Roche sei einfach, sagten Analysten. "Roche will einen Gewinn machen", sagte Meinrad Gyr von der Zürcher Kantonalbank. "Billig kaufen - teurer verkaufen", sagte auch Rene Nordmann von Sal. Oppenheim in Zürich.

Insgesamt beurteilt er den Schritt für Roche aber eher als neutral. "Wir empfehlen Roche seit der Forschungspräsentation vor allem wegen der Kombination von Pharma und Diagnostik zum Kauf", sagte Gyr.