US-Konjunktur Das Ende des Job-Wunders

Die Arbeitslosenzahlen in den USA sind auf ein Neun-Jahreshoch gestiegen. Damit wurden auch die pessimistischsten Prognosen unterboten.

Washington - Die US-Arbeitslosenquote ist im Juni unerwartet stark auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren gestiegen. Zugleich ging die Zahl der Beschäftigten überraschend weiter zurück. Analysten sprachen von durchweg enttäuschenden Zahlen, die für die weitere Entwicklung der Konsumausgaben nicht Gutes verhießen.

Das Land steckt in der schwersten Arbeitsmarktkrise der vergangenen 20 Jahre - und der längsten seit dem zweiten Weltkrieg. Hält der Trend an, könnte George W. Bush der erste US-Präsident seit mehr als 80 Jahren werden, der in seiner Amtszeit mehr Arbeitsplätze vernichtet als er schafft. Der letzte, dem diese Minus-Leistung gelang, war Herbert Hoover während der Großen Depression nach dem Schwarzen Freitag (1929 bis 1933).

Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 6,4 (Mai 6,1) Prozent. Das ist das höchste Niveau seit April 1994. Von Reuters befragte Analysten hatten die Quote mit lediglich 6,2 Prozent vorausgesagt. Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sank im Vergleich zum Vormonat um 30.000. Analysten hatten demgegenüber einen unveränderten Stand prognostiziert. Den Vormonatswert revidierte das Arbeitsministerium auf minus 70.000 von zuvor ermittelten minus 17.000.

Unterdessen erhöhte sich vergangene Woche die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ebenfalls unerwartet. Die Zahl stieg auf 430.000 von 409.000 in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt mit 410.000 Anträgen gerechnet.

Nach Veröffentlichung der durchweg schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten bauten die Terminkontrakte auf die maßgeblichen US-Aktienindizes ihre Kursverluste aus. Der Dollar verlor zum Euro ebenfalls. Die Kurse der Staatsanleihen beiderseits des Atlantik legten dagegen zu. Der Dax  hat ebenfalls mit Kursverlusten auf die Arbeitslosenzahlen reagiert. Die Kurse an den Rentenmärkten zogen hingegen an.

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