Worldcom Entschädigung für Aktionäre

750 Millionen Dollar muss der Telefonkonzern, der für den größten Bilanzskandal in der US-Geschichte sorgte, an geprellte Anleger zahlen. Doch Aktionäre müssen sich zum Teil mit Aktien des Nachfolgers MCI begnügen.

New York - Der von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC festgelegte Betrag liegt 250 Millionen Dollar über der ursprünglich von der Aufsichtsbehörde und Worldcom  vereinbarten Entschädigungssumme. Das zusätzliche Geeld soll in Form von Aktien der Nachfolgegesellschaft gezahlt werden, wenn WorldCom aus dem Insolvenzverfahren heraus kommt.

Worldcom befindet sich nach Bilanzbetrügereien von bis zu elf Milliarden Dollar im größten Insolvenzverfahren der US-Wirtschaftsgeschichte. Die zweitgrößte US-Ferngesprächsgesellschaft und einer der weltgrößten Internet-Netzwerkbetreiber führt die Geschäfte inzwischen unter dem Namen MCI weiter. Die zusätzliche Entschädigung werde es den Betrugsopfern ermöglichen, nach Ende des Insolvenzverfahrens an potenziellen Wertsteigerungen der Worldcom-Aktien teilzuhaben, erklärte die SEC.

Schadenersatzklagen sind weiterhin möglich

MCI-Chef Bob Blakeley betonte, die Aktionäre und Anleihebesitzer könnten durch die zusätzlichen 250 Millionen Dollar an dem zukünftigen Erfolg der Gesellschaft teilhaben. Dies sei ein weiterer wichtiger Schritt, um im Herbst aus dem Insolvenzverfahren heraus zu kommen. Die Worldcom-Aktien waren einst insgesamt 180 Milliarden Dollar wert und sind inzwischen völlig wertlos.

Die SEC hatte Worldcom in einem New Yorker Gericht wegen der Bilanzbetrügereien in einem Zivilverfahren verklagt. Dieses Gericht und das Insolvenzgericht müssen die neuen Vereinbarungen zwischen der SEC und Worldcom erst billigen. Die Worldcom-Aktionäre und andere Geschädigte können trotz der neuen Vereinbarungen zwischen der SEC und Worldcom auch weiterhin selbst auf Schadenersatzklagen.

Das Worldcom-Debakel Günter Ogger: Worldcom und andere Bilanzfälscher

Verwandte Artikel