Mannheimer Großinvestor klopft an

Der angeschlagene Versicherungskonzern hat seine Kapitalanlagegesellschaft noch nicht veräußert. Der Großinvestor Wolfgang Schuppli prüft aber nach eigenen Angaben einen Kauf der Gesellschaft. An den restlichen Sparten der Mannheimer Holding sei er definitiv nicht interessiert, sagte er manager-magazin.de.

Hamburg/Wiesbaden - Der Großinvestor Dr. Wolfgang Schuppli (81) zeigt Interesse an der Mannheimer Asset Management Kapitalanlagegesellschaft (KAG) des schwer angeschlagenen Versicherungskonzerns. "Wir haben vor, noch in diesem Jahr eine Kapitalanlagegesellschaft zu kaufen, und haben mit der Mannheimer gesprochen", sagte Schuppli gegenüber manager-magazin.de. Doch es gebe auch andere Gesellschaften, die möglicherweise in Frage kämen.

Dass die KAG bereits an die Allgemeine Grundstücks- und Treuhandgesellschaft in Berlin (Asta) verkauft sei, wie die "FTD" am Montag berichtete, hat Schuppli indes dementiert. "Es gibt keinen Geschäftsabschluss." Es werde aber aller Voraussicht nach weitere Gespräche mit dem Versicherungskonzern geben.

Die Asta gehört dem Wiesbadener Anwalt und Großinvestor. Schuppli kontrolliert überdies den von ihm selbst gegründeten Rechtsschutzversicherer Deurag (Wiesbaden). Die Deurag zählt eigenen Angaben zufolge zu den zehn größten Rechtsschutzversicherern in Deutschland (512.000 Verträge in 2002). An der Sachversicherungs- oder der derzeit in Auflösung befindlichen Lebensversicherungssparte der Mannheimer sei er derzeit aber definitiv nicht interessiert, sagte Schuppli weiter.

Zudem hält Schuppli nach eigenen Angaben 49,5 Prozent an der Dexia Hypothekenbank und ist auch an der Essener Hypothekenbank sowie dem Haushaltswarenhersteller WMF (rund ein Drittel des Stimmrechtskapitals) beteiligt.

Laut Medienberichten managte die Mannheimer KAG Ende 2002 insgesamt 13 Fonds mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Daneben verwaltet sie 3,5 Milliarden Euro Vermögen für den eigenen Konzern, auch für die jetzt in Auflösung befindliche Mannheimer Leben.

Die Mannheimer Leben hatte in der vergangenen Woche den Geschäftsbetrieb eingestellt. Ein Rettungsversuch des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) war gescheitert, weil die Branche kein Geld nachschießen wollte. Der Konzern hatte sich an der Börse verspekuliert und hätte 370 Millionen Euro zum Überleben gebraucht.

Jetzt werden die Verträge auf die Auffanggesellschaft Protektor übertragen, hatten die Finanzaufsicht (BaFin) und der GDV in der vergangenen Woche erklärt. Protektor wurde von der Branche für solche Fälle 2002 ins Leben gerufen, musste bislang aber noch nie aktiv werden.

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