Autotitel Glänzen nach dem Streik

In den Automobilfabriken läuft die Produktion wieder an. Börsianer reagieren positiv auf das Ende des Streiks. Zudem überrascht Merrill Lynch mit einer positiven Branchenstudie.

Frankfurt am Main - Angetrieben von positiven Analystenkommentaren und einem Streikende in Ostdeutschland haben die Autowerte am Montag europaweit zugelegt. Händler verwiesen auf eine optimistische Sektor-Studie der Investmentbank Merrill Lynch. Die Analysten hatten sich positiv zu der gesamten Autobranche geäußert.

In Deutschland wirke sich vor allem das Ende des Streiks der IG Metall in Ostdeutschland positiv aus, sagte ein Händler. Vor allem BMW  und Volkswagen  hätten unter dem Streik gelitten. Diese Belastung falle jetzt weg. Die Produktion solle nun so rasch wie möglich wieder in Gang kommen. "Die Umsatzeinbußen der Autokonzerne lagen bei weit über 300 Millionen Euro", sagte Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba in Frankfurt.

Börsianer verwiesen zudem auf die Verluste der vergangenen Woche. "Der Autosektor hat Aufholbedarf", sagte ein Händler. Zumal der Kurs des Euro zugunsten des Dollars in jüngster Zeit weiter nachgegeben habe. Hiervon profitiere der exportorientierte Autosektor.

An der Spitze der Autowerte notierte BMW : Das Papier gewann 2,9 Prozent auf 34,35 Euro hinzu. BMW will angesichts der schlechten europäischen Wirtschaftsdaten sein Wachstum in den USA und Asien vorantreiben.

Nach mehr als einer Woche Produktionsausfall wollen die Münchener am Dienstag wieder die Fertigung der 3er-Reihe aufnehmen. Zur Vorbereitung und in der Komponenten-Fertigung konnten bereits am Montag einige Beschäftigte an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. "Am Dienstag geht es dann aber wieder richtig los", sagte ein Sprecher in München. Die Metaller-Streiks in Ostdeutschland hatten die Produktion der 3er-Reihe in München und Regensburg lahm gelegt. Insgesamt mussten mehr als 10.000 Mitarbeiter zu Hause bleiben. Wegen des Streiks beim brandenburgischen Getriebe-Zulieferer ZF fiel bei BMW die Produktion von täglich etwa 1800 Fahrzeugen aus. Der Schaden für das Unternehmen lasse sich noch nicht beziffern, sagte der Konzern-Sprecher.

Volkswagen-Aktien  stiegen um 2,2 Prozent auf 37,04 Euro und die Anteilsscheine des Sportwagenherstellers Porsche  kletterten um 1,8 Prozent auf 369,60 Euro.

Auch Volkswagen lässt in seinem Wolfsburger Stammwerk erst am Dienstag die Produktion wieder anlaufen. Zwei Tage hatten die Bänder der Golf- und Lupo-Fertigung wegen fehlender Karosserie-Teile aus dem Werk Zwickau stillgestanden. Rund 10.000 VW-Beschäftigte in Wolfsburg mussten Überstunden abbauen. Nach Angaben eines VW-Sprechers vom Montag seien durch den Streik rund 4000 Golf und eine Reihe von Lupos nicht gebaut worden. Zu den Kosten für den streikbedingten Produktionsstopp wollte der Sprecher nichts sagen, sie dürften sich aber im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

DaimlerChrysler-Papiere  stiegen um zwei Prozent auf 30,60 Euro. Der Konzern hat am Montag angekündigt, seine Nutzfahrzeugsparte neu zu strukturieren. "DaimlerChrysler musste hier was tun, da die Nutzfahrzeugsparte in den letzten ein bis zwei Jahren Verluste eingefahren hat", sagte ein Händler. Die Pläne entsprächen der Strategie des Konzerns, Synergien zu erzielen. Dies geschehe vor allem durch den Einsatz von gleichen Bauteilen.

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