Thilenius-Kolumne Aller guten Dinge sind 13

Nach der jüngsten Zinssenkung sollte sich die Aufwärtsbewegung an den Börsen fortsetzen. Gute Chancen bietet Microsoft. Anleihebesitzer sollten umschichten.

Die 13. Zinssenkung im laufenden Zyklus in Amerika hat die kurzfristigen Zinsen nun auf ein Prozent gedrückt. Daran ist bemerkenswert, dass die amerikanische Notenbank offensichtlich die Gefahr einer Deflation als gering einschätzt, sonst hätte sie die Zinsen noch stärker gesenkt.

Für Anleger heißt dies, dass sich die Chance von Aktienengagements auf Kredit verbilligt. So dass der Kauf von Aktien jetzt noch billiger wird und natürlich auch, dass andere Geldanlagen wie kurzfristige festverzinsliche Wertpapiere weniger interessant sind.

Der Aufschwung der vergangenen Monate, der mit dem Beginn des Irak-Krieges einsetzte, dürfte noch eine Weile weitergehen. Allerdings sollte sich die jüngste Dynamik etwas abschwächen.

Microsoft bietet noch Potenzial

Wer von der besseren Stimmungslage profitieren möchte und auf Qualitätsaktien achtet, die noch nicht so stark gelaufen sind, sollte Microsoft  beachten. Das Unternehmen ist der größte Softwarehersteller der Welt und hat über 40 Milliarden Dollar liquide Mittel in der Bilanz. Der Marktanteil bei PC-Betriebssystemen beträgt 95 Prozent.

Die Aktie von Microsoft hat an der Kursrallye der vergangenen Monate nicht teilgenommen, da von Microsoft in überschaubarer Zeit keine großen Innovationen zu erwarten sind. Zudem ist die Aktie vorher auch nicht so stark gefallen. Microsoft ist jedoch eines der solidesten Unternehmen der Welt und hat deshalb gute Chancen im Verlauf des weiteren Kursaufschwungs.

Trendwende auf dem Anleihemarkt

Für Anleihebesitzer kommt jetzt die Zeit, die Laufzeiten zu verkürzen. Im Anleihemarkt bahnt sich eine Trendwende an. Seit einigen Monaten stiegen Aktien und Anleihekurse gleichzeitig, da viele Anleger eine Deflation erwarteten.

Da die Notenbank die Deflation energisch bekämpfen möchte, also eine Re-Inflationierung ins Haus steht, dürfte das Ende des inzwischen 21 Jahre währenden Zyklus der niedrigeren Zinsen erreicht sein. Im Jahre 1982 brachten amerikanische Staatsanleihen noch 15 Prozent Rendite, derzeit sind es circa 3,4 Prozent.

Hier ist die Rückschlaggefahr sehr groß. Deswegen sollten Anleger, die ältere Anleihen mit hohen Coupons haben, darüber nachdenken, die Gewinne bei den langlaufenden Anleihen mitzunehmen und in kürzere Laufzeiten, wenn auch zu geringeren Renditen, umzuschichten.

Ein sicherer Laufzeitenbereich, der deutlich höhere Renditen vor allem nach Steuern und Inflation als Geldmarktfonds bietet, ist der Laufzeitbereich von drei bis fünf Jahren. Der weitsichtige Anleger wird alle Anleihen mit Laufzeiten über fünf Jahren allmählich in kurzfristigere umtauschen. Über fünf Jahre ist das Rückschlagspotenzial sehr groß.

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