Schering Neue Mittel für alten Kontinent

Das Unternehmen setzt auf neue Krebsmedikamente. Zwar hat der schwache Dollar Umsatz und Ergebnis belastet, doch mit der Zulassung neuer Mittel in Europa hofft man noch in diesem Jahr auf Zuwächse.

Berlin - Der Pharmakonzern Schering  rechnet im Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres mit der Zulassung des Krebsmittels Zevalin in der Europäischen Union. Forschungsvorstand Günter Stock bestätigte am Donnerstag auf der Forschungs- und Entwicklungskonferenz in Berlin die bisherige Spitzenumsatzerwartung von 50 Millionen Euro.

Zevalin, das zur Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt wird, soll noch in diesem Jahr in Europa auf den Markt kommen. 2002 hatte der Schering-Partner Idec Pharmaceuticals von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung von Zevalin in den USA erhalten. Idec besitzt dort die Rechte an dem Medikament.

Yasmin: Auf 20 folgt 30

Das Unternehmen plant außerdem, für die Anti-Baby-Pille Yasmin 20 im vierten Quartal dieses Jahres einen Zulassungsantrag bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die geringere Dosis des Verhütungsmittels Yasmin 30 einzureichen. Während für Yasmin 20 ein Umsatz von maximal 200 Millionen Euro erwartet wird, rechnet Schering bei Yasmin 30 mit einem Potenzial von 400 Millionen Euro.

Wie der Berliner Pharmakonzern Anfang der Woche mitgeteilt hatte, stieg der Anteil der Neuverschreibungen von Yasmin 30 in den USA auf acht Prozent. Der Marktanteil am gesamten Markt für orale Verhütungsmittel habe zuletzt sieben Prozent betragen. Schering hatte sich zuvor als Ziel gesetzt, diese Marktanteile im Laufe des Jahres zu erreichen.

Lizenz für Krebs-Antikörper

Weiterhin hat die Schering AG von dem italienischen Biotechnologieunternehmen Philogen die exklusiven weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für ein antikörper-basiertes Fusionprotein erworben, das zur Krebsbehandlung eingesetzt werden könnte. Wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten, besitzt das Protein das Potenzial, solide Tumoren durch die Auslösung immunologischer Mechanismen behandeln zu können. Finanzielle Einzelheiten nannte Schering nicht. Die Zusammenarbeit der Unternehmen bei dieser Substanz läuft seit 1999.

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