Fraport Vorsichtiger Optimismus

Der Fernostverkehr ist eingebrochen. Der Flughafenbetreiber rechnet aber mit Besserung.

Frankfurt am Main - Die Zahl der abgefertigten Passagiere auf dem Frankfurter Flughafen ist im Monat Mai um rund fünf Prozent gesunken. Deutschlands größter Flughafenbetreiber Fraport rechnet dennoch kurzfristig wieder mit einer Erholung: Bereits gegen Ende Mai sei eine leichte Belebung der Reise-Nachfrage in Urlaubsgebiete zu spüren gewesen, teilte die im MDAX notierte Fraport AG am Mittwoch mit.

Fraport sei deshalb "vorsichtig optimistisch, schon bald wieder ein Plus bei den monatlichen Fluggastzahlen zu schreiben".

Mai der letzte schwache Monat?

Der Passagierrückgang im Mai war am Markt erwartet worden, sagte Analyst Thomas Hoffmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Seiner Ansicht nach dürften die schlechten Nachrichten der vergangenen Monate bald der Vergangenheit angehören. Die Chance auf eine Erholung der Branche in der zweiten Jahreshälfte sei recht hoch. Auch Achim Wittmann von der Landesbank Baden-Württemberg rechnet mit einer leichten Erholung. Trotz starker Sommermonate und einer Stabilisierung des Fluggast-Aufkommens in der Jahresmitte dürften die Zahlen im Gesamtjahr dennoch leicht rückläufig sein.

Lungenseuche SARS trifft Airlines hart

Im Berichtsmonat Mai war die Zahl der abgefertigten Passagiere um 5,3 Prozent auf 3,9 Millionen gesunken. Die Hauptursache war Fraport zufolge die schwache Nachfrage und die daraus resultierenden Kapazitätskürzungen bei den Airlines infolge der Lungenkrankheit Sars. Der Fernostverkehr sei um rund ein Fünftel eingebrochen, hieß es. Zudem habe der Streik des Flughafenpersonals in Frankreich sowie die nach wie vor schwache Konjunktur in Deutschland belastet.

Der Verkehr von und nach Nahost habe nach Ende des Irak-Krieges schon wieder um fast ein Fünftel zugelegt. Allerdings litten die touristischen Ziele in Südosteuropa (Türkei, Zypern und Griechenland) noch unter den vor und während des Irakkriegs ausgebliebenen Buchungen.

Zulegen konnte Fraport beim Frachtgeschäft. Hier verbuchte das Unternehmen ein Plus von 2,9 Prozent auf 124.611 Tonnen. Trotz der Sars-Krise wurde nach Fernost 6 Prozent mehr Fracht transportiert.