Thilenius-Kolumne Wo, bitteschön, gibt es noch Rendite?

Die Renditen von Staatsanleihen werden häufig schon durch Steuern und Inflation aufgezehrt. Größere Chancen versprechen schwankungsarme Dividendentitel - bei der IKB ist im Herbst Zahltag.

Anleger, die in den letzten Jahren viele fallende Aktienkurse und auch fallende Renditen bei den Anleihen erlebt haben fragen sich oft, wo es denn noch hohe Renditen gibt. Im Zuge der Inflationsbekämpfung der letzten 20 Jahre und der nicht besonders rosigen Aussichten für die Weltwirtschaft sind die Renditen der festverzinslichen Anleihen stark gefallen.

Die Umlaufrendite der börsennotierten Bundesanleihen ist auf etwa 3,5 Prozent zurückgegangen. Pfandbriefe und Unternehmensanleihen bringen höhere Erträge. Ausweichen in andere Währungen hat im Eurozeitalter nur noch den amerikanischen Dollar als Ziel. Auch dort liegen Renditen der marktgängigen Papiere mit akzeptablem Risiko bei unter 4 Prozent.

Daneben gibt es noch zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer. Deren Anleihen sind mit wesentlich höheren Renditen versehen. Hier entsteht aber ein erhebliches Währungsrisiko, viele dieser Märkte sind auch anfällig für unerwartete Schocks. Bei negativen Entwicklungen in der Politik oder in der Währung hat der Anleger im Informationszeitalter sehr wenig Zeit auszusteigen.

Steuern und Inflation fressen Rendite auf

Damit engt sich die Auswahl bei festverzinslichen Instrumenten stark ein. Denn der Anleger muss auf die Erträge Einkommenssteuer bezahlen und er darf die Inflation nicht vergessen. Nach Steuern und nach der Inflation, die im Schnitt der Jahre bei etwa ein bis zwei Prozent jährlich liegen dürfte, wird die Rendite dann recht schnell negativ.

Da bietet sich ein Blick auf den Aktienmarkt an. Neben einigen börsennotierten Unternehmen, die zwar hohe Dividendenrenditen erzielen, bei denen aber die Beibehaltung der Dividende nicht sicher erscheint, gibt es auch einige wenige aber zuverlässige Titel.

Rund sechs Prozent Dividende

Zu den zuverlässigen Werten gehört die Industriekreditbank, abgekürzt IKB . Dieses Bankinstitut zeichnet sich im Gegensatz zu vielen anderen durch eine hohe Beständigkeit der Ertragsentwicklung aus. Dementsprechend ist auch der Aktienkurs wenig schwankungsanfällig. Das interessanteste an der IKB ist die Dividendenrendite. Auf der Basis der heutigen Kurse beträgt der Satz 6,1 Prozent.

Das scheint für eine Qualitätsaktie außerordentlich hoch zu sein. Der Kurs der IKB leidet unter der allgemeinen Schwäche der Bankaktien. Das Geschäft der IKB ist jedoch recht konstant und erwirtschaftet nach wie vor gute Zuwächse. Daher der optisch gute Satz der Dividenderendite.

Dividende seit 1949 nicht gekürzt - Zahltag im September

Das Risiko einer Dividendenkürzung, wie es bei vielen anderen Werten mit hoher Dividendenrendite besteht, ist bei der Industriekreditbank sehr niedrig. Das Unternehmen bezahlt seit 1949 Dividende und hat diese Dividende noch niemals seit damals gekürzt. Das bedeutet, dass auch in turbulenten Zeiten die Wahrscheinlichkeit, einer Dividendenkürzung sehr gering ist.

Hier gibt es also eine recht hohe und recht sichere Verzinsung. Das Schöne daran ist auch, dass der Tag der Dividendenzahlung noch aussteht. Die Hauptverssammlung der IKB ist am 5.9.2003. Am 8. September wird dann die Dividende bezahlt. Wer die Aktie jetzt kauft, bekommt schon in 3 Monaten die Dividende ausgeschüttet.

Auch von der Ertragseite her ist das Papier sehr solide. Der Gewinn pro Aktie steigt seit Jahren kontinuierlich um etwa fünf Prozent im Jahr. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei 11,2 für den Gewinn des Jahres 2004. Auch von daher ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis, dass ziemlich genau dem Durchschnitt entspricht, günstig bewertet.