Tagesausblick Startschuss für die Sommerrallye?

Mit ihrer Leitzinssenkung versucht die Europäische Zentralbank der schwächelnden Konjunktur Beine zu machen. Am Aktienmarkt fiel die Reaktion bislang nur verhalten aus. Der Euro steigt dagegen wieder kräftig.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die Reaktionen der Märkte auf die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat verblüfft. Nachdem EZB-Chef Wim Duisenberg am Donnerstag die Senkung des Leitzinssatzes um 50 Basispunkte auf zwei Prozent bekannt gegeben hatte, ist der Dax  gefallen und der Euro gestiegen. Da der Renditesprung der Eurozone gegenüber dem Dollar-Raum jedoch geschrumpft ist, hatten im Vorfeld viele Marktbeobachter mit einem fallenden Euro gerechnet.

Devisenhändler erklärten den erneuten Kursaufschwung der Gemeinschaftswährung mit Aussagen Duisenbergs, dass der Euro gut bewertet sei und in der Eurozone keine Deflation drohe. Zudem wiesen Marktexperten auf schwache US-Konjunkturdaten hin. Am Freitagmorgen notierte der Euro auf 1,1848 Dollar. Am Vortag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1775 (Mittwoch: 1,1691) Dollar festgesetzt.

Freundlicher Handelsstart erwartet

Der Dax  schloss am Donnerstag rund 1,3 Prozent schwächer auf 3039 Punkten. Händler erwarten zum Auftakt am Freitag auf Grund freundlicher US-Vorgaben jedoch eine stärkere Eröffnung. Der Dow Jones kletterte im späten Handel aus der Verlustzone und beendete den Donnerstagshandel auf 9041 Zählern, ein knappes Plus von 0,03 Prozent. Die Nasdaq  gewann 0,7 Prozent auf 1646 Punkte.

Wichtige Unternehmensnachrichten werden zum Wochenschluss nicht mehr erwartet. Im Technologiebereich wird der Intel-Zwischenbericht richtungsweisend sein. Der weltgrößte Chiphersteller  hat seine Prognose für den Umsatz im laufenden zweiten Quartal auf einen engeren Rahmen präzisiert. Der Umsatz in dem Quartal (28. Juni) dürfte 6,6 bis 6,8 Milliarden Dollar betragen, teilte Intel am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit. Bislang hatte die Prognose bei 6,4 bis sieben Milliarden Dollar gelegen. Die anderen Schätzungen blieben unverändert, hieß es. Die Nachfrage nach Kommunikationsprodukten sei weiter schwach.

Konjunkturdaten geben die Richtung vor

Im Blick haben Börsianer vor allem die für den Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktdaten für Mai, von denen sie sich neue Hinweise auf die Entwicklung der US-Konjunktur erhoffen. Sollten die Zahlen gut ausfallen, könne dies zu einem starken Tag an den Märkten führen, sagte ein Londoner Börsianer. Christian Schmidt, Marktanalyst bei Helaba rechnete vor den US-Daten, die gegen 14.30 Uhr erwartet werden, mit Zurückhaltung der Anleger. "Viele werden die Daten abwarten wollen. Vorher wird sich wohl nicht so viel tun", sagte er.

Des weiteren dürften Börsianer ihr Augenmerk weiter auf die Vorzugsaktien des Zementherstellers Dyckerhoff  im Nebenwerteindex MDax  richten. Die Papiere hatten am Vortag ein spektakuläres Plus verzeichnet, nachdem der italienische Konzern Buzzi Unicem den Dyckerhoff-Vorzugsaktionären im Tausch gegen eigene Vorzugsaktien ein Übernahmeangebot unterbreitet hatte.

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