MLP Gewinne brechen weg

Der Gewinn des angeschlagenen Finanzdienstleisters ist im ersten Quartal eingebrochen. Die Zahlen liegen zum Großteil unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen bestätigt seine Jahresprognose.

Frankfurt - Bei dem Finanzdienstleister MLP  sind die Ergebnisse im ersten Quartal wie erwartet eingebrochen. Bei um drei Prozent geschrumpften Gesamterlösen sackten sowohl das Vorsteuerergebnis als auch der Überschuss um etwa zwei Drittel ab. Seine Prognose für das laufende Jahr bestätigte MLP am Dienstag vorbörslich in Heidelberg.

Die Gesamterlöse sanken auf 233,7 Millionen Euro gegenüber 241,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Im Vorjahr hatte noch die inzwischen veräußerte österreichische MLP Lebensversicherung AG 24 Millionen Euro beigesteuert. Bei den Erlösen lag MLP am oberen Ende von Analysten-Prognosen. Analysten hatten im Schnitt 225,3 Millionen Euro erwartet.

Der Vorsteuergewinn ging von 24,5 auf 8,5 Millionen Euro zurück. Auch hier lag der von Analysten im Schnitt prognostizierte Gewinn höher, nämlich bei 9,1 Millionen Euro. Das Nettoergebnis schwand von 15,0 auf 5,1 Millionen Euro. Hier lag MLP am unteren Ende der Analysten-Erwartungen. Diese hatten durchschnittlich 5,8 Millionen Euro prognostiziert.

Ab Mai vorigen Jahres war der Finanzdienstleister wegen Berichten über angebliche Finanztricks unter Druck geraten. Das Dax-Unternehmen rutschte 2002 zudem in die Verlustzone. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen MLP seit dem vergangenen Jahr wegen Insiderhandels und Bilanzmanipulation.

Das Neukunden-Wachstum enttäuscht

Im ersten Quartal gewann MLP wie bereits gemeldet 13.000 neue Kunden hinzu. Insgesamt stieg die Kundenzahl im Jahresvergleich um neun Prozent auf 518.000. Die Zahl der Berater stieg von 2730 auf 2895 - damit beschäftigte der Finanzdienstleister sechs Prozent mehr Berater als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung bei den Beratern ist aus Sicht von Analysten wichtig. Dem Finanzdienstleister entstünden aus dem Abgang von Beratern einerseits Belastungen, andererseits nähmen die Berater auch Kunden mit, heißt es.

Die Heidelberger bestätigten ihre Jahresziele, wiesen aber auf die anhaltende Wirtschaftsflaute hin. "Die unsicheren konjunkturellen Perspektiven und die Volatilität der Kapitalmärkte machen die Prognosen weiterhin schwierig", hieß es in der Mitteilung.

Analyst: Der Konkurrenzdruck nimmt zu

Bei Vorlage der 2002-Bilanz Ende April hatte MLP gemeldet, im Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn in Höhe von 65 Millionen Euro anzupeilen. Nach Aussage von Finanzvorstand Uwe Schroeder-Wildberg wird das Lebensversicherungs-, Sachversicherungs-, Finanzierungs- und Geldanlagen-Neugeschäft höchstens auf Vorjahresniveau liegen. Das Neugeschäft im Bereich Krankenversicherung werde um etwa 20 Prozent sinken, hatte der Finanzchef gesagt. Bis Jahresende will der Finanzdienstleister seinen Kundenstamm auf 575.000 vergrößern. Das wären 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die bereits veröffentlichten Indikationen für das erste Quartal zeigen laut Nicolai Schill, Analyst der BW Bank, dass das Geschäftsmodell von MLP intakt und das Vertrauen der Kunden vorhanden ist. Durch die höhere Transparenz und die konservativere Bilanzierung gewinne das Unternehmen Anlegervertrauen zurück. Schill sieht jedoch die wachsende Konkurrenz durch andere Finanzdienstleister wie AWD als Risiko für die Heidelberger.

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