Tagesausblick Siemens füllt die Kasse

Der Technologieriese überrascht die Börse mit einer rund 2,5 Milliarden Euro schweren Wandelanleihe. Marktbeobachter erwarten einen Kursabschlag.

Hamburg/Frankfurt am Main - Nachdem die Berichtssaison abgeschlossen ist, kehrt am der Frankfurter Börse wieder etwas Ruhe ein. Am Donnerstag gibt es nur wenig richtungsweisende Unternehmensnachrichten. Stattdessen leiten wieder einmal die US-Börsen dem deutschen Markt den Weg.

Am Mittwoch gingen Dow Jones und Nasdaq uneinheitlich aus dem Handel. Während die Wall Street rund 0,3 Prozent auf 8516 Punkte zulegen konnte, verlor die Technologiebörse knapp um 0,1 Prozent auf 1489 Zähler.

Selbst US-Notenbankpräsident Alan Greenspan konnte dem Markt keine Impulse liefern. In einer Kongressanhörung gab sich der "Herr der Zinsen" vorsichtig optimistisch. Die US-Konjunkturaussichten sind nach seiner Darstellung jedoch weiterhin unsicher. Der Notenbankchef wollte aber bessere Wachstumsaussichten auch nicht ausschließen. Mögliche Deflationsprobleme will die Notenbank genau im Auge behalten, doch sah Greenspan darin nur eine geringe Bedrohung. Die erhöhten Terrorgefahren beunruhigten die Wall Street weiterhin. Der Dollar hat nach seiner Rede leicht angezogen.

In Frankfurt schloss der Dax  am Mittwoch erneut schwächer. Der deutsche Leitindex gab um 0,4 Prozent auf 2827 Punkte ab. Für heute erwarten Marktbeobachter eine etwas leichtere bis unveränderte Eröffnung.

Siemens ist "nicht auf Einkaufstour"

Bereits vor Börseneröffnung hat der Münchener Siemens-Konzern  überraschend eine Wandelanleihe bekannt gegeben, die heute ausgegeben werden soll. Das Unternehmen will damit vom derzeit niedrigen Zinsniveau und den hohen Schwankungen am Aktienmarkt profitieren. Die Anleihe hat ein Volumen von knapp 2,5 Milliarden Euro.

"Der Erlös aus der Emission wird für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt und zur Stärkung der finanziellen Flexibilität von Siemens verwendet", hieß es in einer Mitteilung. Die Anleihe sei nicht für die Finanzierung eines konkreten Vorhabens bestimmt, ergänzte ein Siemens-Sprecher: "Es ist nicht so, dass wir morgen auf Einkaufstour gehen".

Börsianer gehen davon aus, dass die Siemens-Aktie in einer ersten Reaktion deutlich unter Druck geraten wird. Schon bei ähnlichen Wandelanleihen seien die entsprechenden Titel zuerst gefallen, hieß es am Markt.

Tui tritt Flucht nach vorn an

Bereits am Mittwochabend legte Tui  eine Woche früher als geplant seine Quartalszahlen vor, nachdem Eckdaten bereits herausgesickert sind. Händler bezeichneten vor allem das Nettoergebnis des Konzerns in Höhe von minus 96 Millionen Euro als "besser" als vom Markt erwartet.

Die Ergebnisse seien "in-line" mit seinen Prognosen und "gar nicht so schlecht", sagte ein Analyst der Commerzbank. Der Rückgang bei den Sommerbuchungen um 13 Prozent sei eine Verbesserung gegenüber dem vorigen Bericht, als der Rückgang noch 15 Prozent betragen habe.

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