Deutsche Telekom Brüssel verhängt Millionenstrafe

Der Bonner Konzern muss 12,6 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Das Unternehmen knöpfe den Unternehmen zu hohe Preise für die "letzte Meile" ab und missbrauche damit seine marktbeherrschende Stellung.

Brüssel - Wegen des rabiaten Umgangs mit Konkurrenten hat EU-Kommissar Mario Monti der Deutschen Telekom ein Bußgeld in Höhe von 12,6 Millionen auferlegt. Der frühere Monopolist hatte zu hohe Preise für den Zugang zu den Ortsnetzen verlangt.

"Viele neue Marktteilnehmer haben versucht, mit dem ehemaligen Monopolisten in Wettbewerb zu treten", sagte Monti. "Da die Vorleistungsentgelte der Deutschen Telekom für das Ortsnetzzugang über den entsprechenden Endkundentarifen lagen, war bisher kein Wettbewerber in der Lage, einen bedeutenden Marktanteil zu erlangen."

Wenn selbst schon der Großkundentarif für den blanken Kupferdraht höher sei, als der Endkundentarif für einen hochgerüsteten Teilnehmeranschluss, dann habe ein Wettbewerber keine Chance, hieß es aus Kreisen der Kommission.

Telekom: "Nicht nachvollziehbar"

Das EU-Kartellrecht erlaubt es der Kommission gegen Unternehmen vorzugehen, die mittels ihrer Marktmacht den Wettbewerb in unzulässiger Weise einschränken. Die EU-Behörde kann dazu Bußgelder bis zu zehn Prozent eines Unternehmens-Jahresumsatzes verhängen. Dieser Rahmen wurde aber bisher bei weitem nicht ausgeschöpft.

Ein Sprecher der Telekom nannte die Entscheidung der Europäischen Kommission "nicht nachvollziehbar". Die Entscheidung liege allerdings noch nicht im Wortlaut vor. Daher könne der Inhalt noch nicht eingehender kommentiert werden. Auch die Frage, ob sich die Telekom notfalls gerichtlich gegen das Bußgeld zur Wehr setzen will, ließ der Sprecher offen.

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