Hewlett-Packard Dollar-Schwäche kurbelt den Umsatz an

Der US-Computerriese hat die Börse mit einem Gewinnanstieg überrascht. Konzernlenkerin Carly Fiorina sieht Hewlett- Packard nach der Fusion mit Compaq weiter auf einem aggressiven Expansionskurs.

San Francisco - Dank steigender Umsätze im Druckergeschäft und geringeren Verlusten in der Server- und Speichersparte hat Hewlett-Packard  im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal die Gewinnerwartungen von Analysten übertroffen.

Hewlett-Packard (HP), zweitgrößter Computerkonzern der Welt nach IBM , teilte am Dienstag zudem mit, der Konzern liege im Plan, die Erwartungen für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres zu erfüllen. HP-Aktien reagierten nachbörslich mit kräftigen Kursgewinnen.

Konzernchefin Carly Fiorina sagte, HP habe ein Jahr nach der Übernahme von Compaq bei den Betriebskosten 3,5 Milliarden Dollar eingespart. Es gehe nicht mehr um die Integration der beiden Firmen. "Wir richten unser Augenmerk jetzt darauf, zu gewinnen und zu wachsen." Zur Branchenentwicklung sagte Fiorina, es gebe keine Anzeichen für eine kurzfristige Erholung der IT-Investitionen.

Vor Sonderposten habe der Gewinn im abgelaufenen Quartal (zum 30. April) bei 0,29 Dollar je Aktie oder 877 Millionen Dollar gelegen, teilte HP mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 0,27 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg überraschend auf 18,0 Milliarden Dollar von 17,9 Milliarden Dollar. Der leichte Umsatzanstieg sei unter anderem auf den schwachen Dollar zurückzuführen, teilte HP mit.

Fusion mit Compaq abgeschlossen

Der im kalifornischen Palo Alto ansässige Konzern war vor einem Jahr aus der Fusion von HP und Compaq entstanden. Direkte Vergleichszahlen für die Geschäftsentwicklung im Vorjahr gibt es nicht, da die Fusion im Vergleichsquartal noch nicht abgeschlossen war. Mit Verweis auf Vorschriften der Aufsichtsbehörden nannte HP auch keine vergleichbar gerechneten Vorjahreszahlen.

HP hat seit der Compaq-Übernahme 16.600 Stellen gestrichen, in diesem Quartal sollen weitere Jobs wegfallen. Zum Ende des Geschäftsjahres will HP noch 138.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Druckersparte bleibt wichtigstes Standbein

In der Druckersparte, dem größten und profitabelsten Geschäftsbereich, belief sich der operative Gewinn im zweiten Quartal auf 918 Millionen Dollar im Vergleich zu 907 Millionen Dollar im Vorquartal. In der Sparte Computerserver und Datenspeicher schmälerte sich der operative Verlust im zweiten Quartal auf sieben Millionen Dollar von 83 Millionen Dollar im Vorquartal. HP will die Sparte in der zweiten Jahreshälfte in die Gewinnzone zurückführen.

"Es war die Sparte, die am meisten verloren hat. Deshalb ist es gut, dass sie sich so verbessert hat", sagte Dan Niles, Analyst bei Lehman Brothers. "Das Ergebnis sieht sehr solide aus."

Keine Prognose für das dritte Quartal

HP-Finanzchef Robert Wayman wollte auf Anfrage keine Prognose für das dritte Quartal abgeben. Wegen der ersten Gehaltserhöhung für HP-Angestellte in zwei Jahren kündigte er aber eine Belastung des Gewinns je Aktie im dritten Quartal um drei Cent an. Es sei aber geplant, den Rückgang durch Kostensenkungen auszugleichen.

Analysten rechnen für das dritte Quartal derzeit mit einem Gewinn vor Sonderposten von 0,27 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 17,5 Milliarden Dollar. Für das Schlussquartal erwarteten die Experten zuletzt einen Gewinn vor Sonderposten von 0,35 Dollar je Aktie und einen Umsatz von 19,0 Milliarden Dollar.

HP-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel auf der Handelsplattform Instinet vorübergehend bis auf 18,47 Dollar von 17,05 Dollar beim Handelsschluss an der New Yorker Wall Street. Die Aktien hatten die Sitzung bereits gegen den Markttrend mit einem Kursplus von mehr als einem Prozent beendet.

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