Tagesausblick Rückendeckung für den Euro

Die Riege der Dollar-Skeptiker wird immer größer. Zudem lastet die Anhebung der Terror-Warnstufe in den USA auf dem Greenback. Damit steigt der Druck auf die EZB.

Hamburg/Frankfurt am Main - Der Höhenflug des Euro ist immer noch ungebrochen. Selbst der umstrittene US-Star-Investor George Soros hat sich mittlerweile hinter die Gemeinschaftswährung gestellt und gesagt, dass er weitere Kursverluste des Dollar erwartet. Er begründete seine Haltung im US-Fernsehen mit den jüngsten Aussagen von US-Finanzminister John Snow. Snow hatte zuvor mitgeteilt, er sei wegen der Dollarschwäche nicht besorgt.

Einen weiteren Tiefschlag für die US-Währung stellen die wieder aufgeflammten Terrorängste dar. Am Dienstagabend hatte die US-Heimatschutzbehörde die Terror-Warnstufe wieder auf das zweithöchste Niveau gehoben.

Angesichts der bedrückenden Nachrichtenlage für den Dollar und den jüngsten Kurssprüngen des Euro hat nun sogar Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement einen Wunsch nach einer EZB-Zinssenkung angedeutet. "Ich gehe davon aus, dass die Europäische Zentralbank sehr sorgfältig die Situation beobachtet", sagte Clement. Die deutsche Sicht der Dinge sei, durchaus auch mit Blick auf die außerordentlich niedrige Inflationsrate in Deutschland, "dass wir uns eben auf diese sorgfältige Beobachtung der EZB stützen".

Auch aus den Reihen der deutschen Industrie, die zum großen Teil vom Export abhängig ist, wird der Ruf nach einer Zinssenkung immer lauter. Die hohe Zinsdifferenz zwischen den USA und dem Euro-Raum wird von vielen Marktbeobachtern als ein Grund für den starken Euro angeführt.

Wenig Unternehmensnachrichten an der Börse

Neben dem Euro stehen an der Börse heute vor allem Werte aus der zweiten Reihe im Mittelpunkt. Bereits vor Handelseröffnung hat Thiel Logistik  seine Geschäftszahlen bekannt gegeben. Der Logistiker ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Wegen der Schwäche in Westeuropa und der Schweiz sei in den ersten drei Monaten ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 8,6 Millionen Euro angefallen, teilte das MDax-Unternehmen mit. Wegen des enttäuschenden Geschäftsverlaufs seien die Prognosen für das Gesamtjahr "deutlich zu optimistisch". Eine konkrete Angabe zu den nun erwarteten Zielvorgaben für Umsatz und Ergebnis konnte Thiel nicht geben. Gleichwohl sei das neue Management davon überzeugt, 2003 operativ positiv abzuschließen.

Europas führender Parfümeriekonzern Douglas  hat in den ersten drei Monaten 2003 bei Umsatz und Gewinn Einbußen hinnehmen müssen. Grund sei vor allem die Verschiebung des Ostergeschäfts in den April, berichtete die Douglas Holding AG. Der Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 454 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank auf minus 10,5 Millionen Euro nach minus 4,5 Millionen Euro im Vorjahr.

In den USA hatte zuvor der Computer- und Druckerhersteller Hewlett Packard  mit einem guten Quartalsergebnis positiv überrascht.

Die Aktien der weltgrößten Baumarktkette Home Depot  kletterten um über neun Prozent auf 30,67 Dollar. Das Unternehmen hatte mit seinem Quartalsergebnis die Analystenerwartungen übertroffen und seine Planzahlen für das Gesamtjahr bekräftigt.

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