Spekulation Soros gibt Dollar den Laufpass

Einst spekulierte er gegen das britische Pfund und machte damit ein riesiges Vermögen. Jetzt setzt der umstrittene Investor George Soros auf einen weiteren Verfall der US-Währung und verkauft sie zu Gunsten anderer Währungen.

New York - Die US-Regierung hat am Dienstag ihre Politik eines starken Dollar vordergründig bekräftigt. An den Finanzmärkten allerdings fand dies wenig Gehör. Im Gegenteil: Der legendäre US-Investor George Soros verkauft nach eigenen Angaben Dollaranlagen zu Gunsten anderer führender Währungen. Der Euro stieg nach den Äußerungen des Milliardärs und Finanzmanagers kurzfristig deutlich an.

"Ich muss bekannt geben, dass ich nun eine Verkaufsposition gegenüber dem Dollar eingenommen habe, weil ich auf das höre, was der Finanzminister mir sagt", sagte Soros am Dienstag im Fernsehsender CNBC. Soros bezog sich auf die jüngsten Äußerungen von US-Finanzminister John Snow, die im Gegensatz zu heutigen Verlautbarungen eine Abweichung von der Politik des starken Dollar andeuteten.

US-Politik ist ein Fehler

Soros bezeichnete Snows Politik als Fehler und als verbohrten Versuch, die US-Wirtschaft auf Kosten anderer Ökonomien anzukurbeln. "Es ist eine Politik nach dem Sankt-Florians-Prinzip", sagte Soros. Der Euro stieg daraufhin vorübergehend auf über 1,17 Dollar. Damit näherte er sich seiner Erstnotiz in Höhe von 1,1747 US-Dollar vom Januar 1999.

"US-Präsident setzt auf einen starken Dollar"

Das US-Präsidialamt hat indes am Dienstag die US-Politik eines starken Dollar bekräftigt. "Der Präsident geht davon aus, dass unsere Politik die richtige ist und dass sie unverändert bleiben soll, und dies ist die Unterstützung eines starken Dollar", sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes Ari Fleischer vor Journalisten. Diese hatten Fleischer gefragt, ob der Dollar seiner Einschätzung nach derzeit zu niedrig, zu hoch oder gerade richtig bewertet sei.

An den Finanzmärkten hatte sich hingegen nach einigen Äußerungen von US-Finanzminister John Snow jüngst zunehmend die Einschätzung verbreitet, die USA würden derzeit einen schwächeren Dollar begrüßen. Der Dollar hat in den vergangenen Tagen zum Euro deutlich an Wert eingebüßt.

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