Stada Achtes Rekordjahr in Folge angepeilt

Der Generikahersteller hat das Geschäftsjahr mit dem besten Quartal seiner Unternehmensgeschichte begonnen. Auch der Ausblick ist positiv.

Bad Vilbel - Stada  hat im ersten Quartal dank einer florierenden Nachfrage nach Nachahmerpräparaten ein Rekordergebnis erzielt. Dabei profitiert Stada unter anderem vom zunehmendem Kostendruck im Gesundheitswesen und der damit verbunden Nachfrage nach preiswerten Medikamenten.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei mit einem Nettogewinn von 12,4 Millionen Euro das beste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt worden, teilte die Gesellschaft am Dienstag in Bad Vilbel mit. Das sei ein Plus von 11,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr bekräftigte Stada die bisherige Planung und erwartet ein achtes Rekordjahr in Folge. Die im Nebenwerteindex MDax  notierte Aktie verlor bis zum Mittag in einem knapp behaupteten Gesamtmarkt knapp ein Prozent auf 46,85 Euro.

Neben Deutschland habe Stada im Auftaktquartal von einer steigenden Nachfrage nach Generika in den bislang wenig erschlossenen Märkten wie Frankreich, Italien und Spanien profitiert. Dort hätten die Vertriebspartner ihre Umsätze kräftig steigern können. Im zweiten Quartal wolle der Arzneimittelhersteller seinen Vertrieb weiter ausbauen, um mit einer neuen Produkteinführung vor allem in Frankreich zu wachsen.

Allein mit Generika, die die gleichen Wirkstoffe wie Originalpräparate enthalten, setzte Stada im ersten Quartal mit 129 Millionen Euro 32 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse der drei Kernsegmente Generika, Marken und Spezialpharmazeutika seien insgesamt um 33 Prozent auf 172,2 Millionen Euro gestiegen. Die Kernsegmente tragen den Angaben zufolge 95 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Dieser stieg im ersten Quartal um 19 Prozent auf 181,2 Millionen Euro.

Stada sieht sich gemessen am Umsatz weltweit als Nummer 14 unter den Generika-Produzenten. Das Unternehmen ist in Deutschland nach den privatrechtlich geführten Generika-Herstellern Ratiopharm und Hexal der drittgrößte Hersteller von Nachahmerpräparaten.

Analysten von Quartalszahlen wenig überrascht

Analysten zeigten sich wenig überrascht von den Geschäftszahlen. Sie seien im großen Teil deckungsgleich mit den Prognosen, sagte ein Analyst. "Die Gewinntreiber waren Generika", schrieb Merrill-Lynch-Analyst Andreas Schmidt in einem Kurzkommentar. Dazu habe vor allem das deutliche Wachstum in Frankreich, Italien und Spanien beigetragen. Das operative Ergebnis des Generikageschäftes wäre ohne die Ausgaben für die Einführung des Cholesterinsenkers Simvastatin und durch Investitionen in Frankreich sogar noch besser ausgefallen. Der operative Gewinn im Generikasegment stieg Stada zufolge im ersten Quartal um 30 Prozent auf 17 Millionen Euro.

Anfang Mai war der Patentschutz für den Cholesterinsenker Zocor der US-Pharmafirma Merck & Co.  abgelaufen. Stada habe termingerecht Generika mit dem Wirkstoff Simvastatin auf den Markt gebracht, hieß es. Nach früheren Angaben geht der Arzneimittelhersteller davon aus, binnen eineinhalb Jahren 20 bis 30 Millionen Euro mit dem Produkt umzusetzen. Auch für weitere Patentabläufe in diesem und den nächsten Jahren sei Stada gut vorbereitet. Es seien genügend Produkte in Vorbereitung, um den jeweiligen Wirkstoff in der Regel zum Patentablauf in den einzelnen nationalen Märkten als Generikum anbieten zu können.

Für das Gesamtjahr erwarte Stada weiterhin einen Anstieg bei Umsatz und Gewinn im zweistelligen Prozentbereich. Zwar seien "in einzelnen nationalen Märkten gesundheitspolitisch bedingte Herausforderungen für einzelne Vertriebsgesellschaften nach wie vor nicht auszuschließen", hieß es mit Blick auf Deutschland, Frankreich und Belgien. Dennoch rechne die Gesellschaft nach den guten Ergebnissen im ersten Quartal mit einem achten Rekordjahr in Folge.

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