ThyssenKrupp Auf Schmusekurs mit den USA

Der Stahlkonzern beugt sich dem Druck aus den USA und trennt sich von seinem Großaktionär Iran. Händler monieren den hohen Aufpreis, den ThyssenKrupp zahlt.

Düsseldorf - Geschäfte mit dem Iran haben die Aktie des Stahlunternehmens ThyssenKrupp  am Dienstag unter Druck gebracht. Die Abstufung und Kurszielsenkung der UBS Warburg hat Händlern zufolge dagegen kaum oder gar keine Auswirkung auf die Aktie.

Bis zum frühen Nachmittag verlor das Papier rund drei Prozent auf 8,74 Euro.

"ThyssenKrupp befindet sich zwischen zwei Stühlen und kann es niemandem recht machen", sagte ein Aktienhändler aus München. Das Unternehmen habe ein Problem mit dem Iran als einem seiner Anteilseigner. Weder wolle es sich ThyssenKrupp mit dem Iran verderben noch mit den USA.

Das bestätigte ein weiterer Händler in Frankfurt: "Aus Furcht vor US-Sanktionen hat ThyssenKrupp einen Teil seiner Aktien vom Iran zurückgekauft. Allerdings für 24 Euro das Stück, also etwa den dreifachen Wert. Da fragt man sich natürlich, ob das gerechtfertigt ist", sagte er.

Der Münchener Händler hält die Abstrafung des deutschen Stahlkonzerns aber nicht für gerechtfertigt. Zwar sei die Stahlbranche selbst am Boden und würde recht negativ gesehen, allerdings sei die Thyssenkrupp-Aktie sehr niedrig bewertet.

Rückkaufprogramm kostete über 400 Millionen Euro

ThyssenKrupp hatte von der iranischen IFIC Holding 16,9 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, um sein Geschäft in den USA nicht zu gefährden. Die im Besitz der Republik Iran befindliche Gesellschaft erhielt dafür 406 Millionen Euro. Der Anteil der IFIC an ThyssenKrupp sank damit von 7,79 Prozent auf 4,5 Prozent.

Die US-Regierung hatte nach den Terroranschlägen am 11. September einen Anteilsabbau in diesem Umfang gefordert. Unternehmen, an denen Länder wie der Iran mit mehr als fünf Prozent beteiligt seien, könnten hingegen auf eine Schwarze Liste gesetzt und von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden.

Die Abstufung der Aktie durch UBS Warburg halten die beiden Händler hingegen für "weniger bis gar nicht belastend". Die Investmentbank hatte ThyssenKrupp in einer Branchenstudie auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel auf zehn Euro gesenkt.

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