Automarkt Ausgebremst in Übersee

Das Geschäft der Autohersteller läuft derzeit alles andere als rund. Volkswagen und DaimlerChrysler melden in den USA deftige Absatzrückgänge und spüren neue Konkurrenz. BMW und Porsche können sich nur mit Hilfe neuer Modelle retten.

New York - Die Hoffnung der deutschen Autohersteller, dass Verkäufe in den USA die Nachfrageschwäche im eigenen Land ausgleichen, hat sich bislang nicht erfüllt. Nach Angaben der AutoData Corp sind in den USA im April 16,5 Millionen Fahrzeuge verkauft worden - das ist ein Minus von rund sechs Prozent im Jahresvergleich.

Die Tatsache, dass die Verkäufe gegenüber den Vormonaten leicht gestiegen sind, konnte die Skepsis der Anleger mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf nicht mindern. Besonders die Aktien von Volkswagen  und DaimlerChrysler  gaben am Freitag deutlich nach. Personenwagen stoßen derzeit auf geringes Interesse, so dass besonders die Masseanbieter empfindlich getroffen sind.

Volkswagen  hat im April in den USA 25.412 Wagen und damit knapp 16 Prozent weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum. In den ersten vier Monaten des Jahres sank der gesamte US-Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,4 Prozent auf 92 209 Stück.

Chrysler-Absatz um 10 Prozent eingebrochen

Auch bei DaimlerChrysler  sieht es nicht viel besser aus. Hier schwächelt vor allem die US-Sparte Chrysler. Die Marke Mercedes-Benz verkaufte mit 17.911 Fahrzeugen 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, während der Chrysler-Absatz um 10 Prozent auf insgesamt 187.086 Wagen einbrach.

Die US-Hersteller General Motors  und Ford verkaufen im April weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. GM musste ein Minus von neun Prozent und Ford einen Absatzverlust von 6,9 Prozent hinnehmen. Sowohl bei Ford als auch bei GM sorgten vor allem die Geländewagen (Sports Utility Vehicles) dafür, dass die Zahlen nicht noch schlechter ausfielen.

Cayenne und Mini retten Porsche und BMW

Beim Sportwagenhersteller Porsche ist man heilfroh, dass der neue Geländewagen Cayenne gut ankommt. Während der Absatz bei der Sportwagenmarke Porsche um 21 Prozent einbrach, sorgte der Cayenne dafür, dass das Unternehmen ein Absatzplus von 47 Prozent melden konnte. Porsche setzte damit in den USA und Kanada insgesamt 3.129 Fahrzeuge ab.

Bei den Sportwagen verbuchten die Stuttgarter dagegen im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 21 Prozent. Der nordamerikanische Automarkt sei in einer "insgesamt labilen Verfassung", begründete Porsche die schwachen Absatzzahlen bei Sportwagen. Der positive Einmaleffekt des neuen Cayenne dürfe nicht überbewertet werden", sagte ein Händler.

Honda und Toyota im Nacken

Honda und Toyota holen auf

Auch BMW  rettete sich nur mit Hilfe des Mini ins Plus. Die BMW Group steigerte ihren US-Absatz um 0,6 Prozent auf insgesamt 24.131 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW verzeichnete dagegen einen Absatzrückgang von 6,4 Prozent auf 21.010 Fahrzeuge. Vom Mini wurden dagegen 3.121 Stück und damit doppelt so viele Fahrzeuge verkauft wie im Jahr zuvor.

Unter den asiatischen Herstellern verbuchte Honda mit elf Prozent Plus im April erneut einen Zuwachs. Toyota, mittlerweile viertgrößter US-Automobilhersteller, verlor mit 0,9 Prozent leicht, nachdem im März noch ein Absatzplus von 9,2 Prozent berichtet worden war. Nissan verkaufte 4,2 Prozent weniger Fahrzeuge im abgelaufenen Monat, Hyundai mit Hilfe seines Sport-Utility-Modells Santa Fe 8,7 Prozent mehr.

Rabattschlacht hält an - Rückkehr der Familien?

Die großen drei US-Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler halten an ihren Verkaufsförderprogrammen fest, obwohl der harte Preiskampf die Margen aufzehrt. GM etwa hat die Null-Prozent-Finanzierung bis Anfang Juni verlängert. Ford führt sein Leasingangebot von fünf US-Dollar am Tag für das Modell Mustang bis Mitte Juni fort. Chrysler wird die Kaufanreize im Mai auf dem Niveau von April halten.

Doch trotz der großzügigen Rabattprogramme bleiben die Käufer zurückhaltend. Arbeitslosigkeit und Einstellungsstopp drückten aufs Gemüt der Konsumenten, hieß es bei Volkswagen. Die Konsumenten hätten sich von Irak-Krieg und konjunkturellem Abwärtstrend noch nicht erholt. Gary Dilts, Senior Vice Presidents of Sales bei Chrysler, rechnet dagegen mit einer Rückkehr der Familien als Käufer, sobald sich das Bild des Arbeitsmarktes aufhelle.

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