Bankenaktien Citigroup stützt Finanztitel

Gute Nachrichten aus den USA beflügeln die Titel von Deutscher Bank und Co.

Frankfurt - Die Aktien der drei deutschen Großbanken im Dax  haben sich am Montagnachmittag nach positiven Unternehmensmeldungen aus den USA fest entwickelt. Das Papier der Deutschen Bank  bildete gegen 14.20 Uhr mit einem Plus von 3,76 Prozent auf 44,14 Euro den Dax-Spitzenreiter.

Die Aktie der Commerzbank  stieg um rund 1,40 Prozent auf 7,41 Euro. HypoVereinsbank  gewannen 2,45 Prozent auf 8,37 Euro.

Händler führten das Kaufinteresse für deutsche Banken auf die überraschend guten Bilanzzahlen des weltgrößten Bankkonzerns Citigroup  zurück. Auch die Bank of America hat im ersten Quartal dank Erfolgen im Privatkundengeschäft den Gewinn deutlich gesteigert.

Zögerlich kehrten nun auch die Investoren aus den USA wieder an den deutschen Markt zurück und orderten vornehmlich Titel aus der Finanzbranche, sagten Händler.

Allerdings sei die positive Entwicklung nicht alleine auf die Citigroup-Zahlen zurückzuführen, sagte ein Aktienmarktstratege. Eine gewisse Rolle könne auch die Tatsache spielen, dass die Kapitalerhöhung bei der Allianz  gut gelaufen ist. Anleger könnten das als kleines Indiz werten, dass es allgemein wieder aufwärts geht. Die Aktie der Allianz schwankte am Montag allerdings stark.

Citigroup und Bank of America profitieren von niedrigen Zinsen

Citigroup gibt keine Prognose ab

Der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup  hat seinen Gewinn im ersten Quartal dank höherer Kreditnachfrage von Privatpersonen und eines robusten Anleihegeschäfts etwas stärker gesteigert als erwartet. Vorbörslich stiegen die Aktien des Instituts um mehr als zwei Prozent auf 38,25 Dollar.

Der Gewinn sei auf 4,1 Milliarden Dollar oder 79 Cent je Aktie gestiegen von 3,48 Milliarden Dollar vor einem Jahr, teilte das Institut am Montag in New York mit. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 77 Cent je Aktie gerechnet. Die Einnahmen stiegen um vier Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar.

Citigroup profitierte wie die gesamte Branche in den USA von den niedrigen Zinsen, die derzeit auf dem tiefsten Niveau seit etwa 40 Jahren liegen. Diese hätten eine Rekordnachfrage nach Hypotheken ausgelöst und die private Kreditnachfrage gesteigert, hieß es.

Darüber hinaus habe die robuste Nachfrage der Kunden nach festverzinslichen Papieren zur Ergebnissteigerung beigetragen. Die gesamten Einnahmen aus dem Privatkundengeschäft stiegen nach Angaben der Citigroup zum Vorjahr um 26 Prozent auf 2,15 Milliarden Dollar. Allein im Filialgeschäft ergab sich ein Plus von 54 Prozent.

Ein Belastungsfaktor für die Citigroup sind dagegen seit Monaten die Untersuchungen der New Yorker Staatsanwaltschaft, die auch die Stimmung der Börsianer trübte. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den Konzern und andere Institute, Investoren mit übertrieben rosigen Aktienanalysen in die Irre geführt zu haben, um im Gegenzug Investmentbanking-Aufträge der Unternehmen zu bekommen.

In den einzelnen Regionen konnte die Citigroup, die in Deutschland unter anderem durch die Citibank vertreten ist, ihren Gewinn am kräftigsten in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) steigern. In Japan sei der Gewinn dagegen gesunken. Verluste verzeichnete die Citigroup in Lateinamerika.

Bank of America: Rekordnachfrage im Hypothekengeschäft

Die Bank of America  hat im ersten Quartal dank Erfolgen im Privatkundengeschäft den Gewinn deutlich gesteigert. Der Überschuss wuchs von 2,18 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf nun 2,42 Milliarden Dollar, teilte die drittgrößte US-Bank am Montag vor Handelsbeginn in New York mit. Dies entspricht einem Anstieg des Ergebnisses je Aktie (EPS) von 1,38 auf 1,59 Cent.

Wie auch die Konkurrenz profitierte die Bank of America von den derzeit äußerst niedrigen Zinsen, welche zu einer Rekordnachfrage im Hypotheken-Geschäft führte. In diesem Bereich stieg der Ertrag im ersten Quartal um 108 Prozent auf 405 Millionen Dollar.

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