Preussag HDW soll ganz verkauft werden

Der hannoversche Konzern will sich einem Zeitungsbericht zufolge nun doch vollständig von der Kieler HDW trennen. Ein Werftenverbund rückt damit näher.

Hannover/Kiel - Nachdem die Deutsche Babcock AG wie geplant 50 Prozent der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) übernehmen werde, soll der Rest für einen "europäischen Werftenverbund" bereitstehen, sagte Preussag-Chef Michael Frenzel dem "Handelsblatt". Als Interessenten nannte Frenzel Thyssen mit den Nordseewerken in Emden und Blohm + Voss in Hamburg. Die Gespräche über den Verkauf sollen bereits in den nächsten Wochen zum Abschluß kommen. Ein Verbund der deutschen Werften vor allem im Marineschiffbau ist bereits seit einigen Jahren beständig in der Diskussion, ohne daß bislang greifbare Ergebnisse erzielt wurden.

Auch der Einstieg der Preussag bei der Babcock sei nicht langfristig angelegt. Er wolle die Beteiligung von 30 Prozent nicht auf Dauer behalten, sagte Frenzel. Einen Zeitpunkt für den Ausstieg nannte er jedoch nicht. Der Preussag-Chef machte deutlich, daß sein Unternehmen nach der Zusammenlegung des Maschinenbaugeschäftes Babcocks und der Preussag-Tochter Noell einen "sehr guten Kurs" in Richtung Technologiekonzern steuere. Damit setzt Frenzel den Wandel des einst reinen Stahlerzeugers und Anlagenbauers zu einer Holding fort. Zugleich deutete er an, daß mit dem Abschied vom Anlagenbau der vorläufig letzte große Schritt beim Umbau des Konzerns getan wurde.

Damit verbleiben Preussag noch die Bereiche Touristik (unter anderem mit Hapag-Lloyd und TUI, First-Reisebüros), Energie, Handel, Gebäudetechnik, Logistik und Transport. Hier stehen, so die Aussage von Frenzel, keine großen Veränderungen an. Bestenfalls halte man nach Ergänzungen für den Logistikbereich unter Führung von VTG- Lehnkering sowie für die Touristikholding HTU Ausschau.

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