Olivetti Telecom Italia steht auf dem Übernahmezettel

In Italien bahnt sich eine der größten feindlichen Übernahmen in der europäischen Wirtschaftsgeschichte an. Um die Olivetti-Pläne abzuwehren, plant die Telecom Italia Mobile, ihre Muttergesellschaft zu kaufen.

Mailand/Düsseldorf - Die Olivetti SpA hat am Wochenende Pläne für eine feindliche Übernahme ihres weit größeren Rivalen im Telekom-Geschäft, die Telecom Italia, für einen Gesamtkaufpreis von 58,3 Milliarden Dollar (rund 100 Milliarden Mark) bekanntgegeben. Olivetti veröffentlichte am Samstag außerdem einen entsprechenden fünfseitigen Antrag, den sie an die italienische Aktienaufsichtsbehörde Consob gestellt hat.

Wenige Stunden zuvor hatte die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, Europas größtes Mobilfunkunternehmen Telecom Italia Mobile (TIM) werde möglicherweise ein Angebot zur Übernahme seiner eigenen Muttergesellschaft vorlegen, um die Pläne Olivettis zu verhindern. Telecom Italia ist der frühere staatliche Telefonmonopolist. Ihm gehören 60 Prozent von TIM; der Rest wird an der Mailänder Börse gehandelt. Mit dem Antrag bei der Aufsichtsbehörde Consob machte Olivetti nach Ansicht von Experten unter Umständen für Telecom Italia oder TIM die Möglichkeit von Kapitalerhöhungen zunichte, die die Übernahme verteuern würden.

Zur Finanzierung der Übernahme will Olivetti seine Anteile an den italienischen Mobilfunk- beziehungsweise Festnetz-Betreibern Omnitel und Infostrada an die Düsseldorfer Mannesmann AG verkaufen, die bereits an beiden Firmen beteiligt ist. Mannesmann teilte mit, die Veräußerung stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs der Telecom-Italia-Übernahme. Als Kaufpreis seien 14,9 Milliarden Mark vereinbart.