G-7-Konferenz Kapitalmärkte besser kontrollieren

Um internationale Finanzkrisen abzuwenden, wollen die G-7-Staaten nun regelmäßig ein Forum für Finanzmarktstabilität installieren. Mit seinem Vorschlag, Zielzonen für die Wechselkurse einzurichten, ging Lafontaine baden.

Bonn - Im Kampf gegen weltweite Finanzkrisen wollen die führenden sieben Industrieländer (G-7) die Aufsicht über die Kapitalmärkte verbessern. Bei ihrem Treffen am Samstag auf dem Bonner Petersberg folgten die Finanzminister und Notenbankchefs einhellig dem Vorschlag von Bundesbankchef Hans Tietmeyer zur Schaffung eines "Forums für Finanzmarktstabilität". Außerdem sei sich die Runde darüber einig gewesen, daß die Binnennachfrage in Europa nachhaltig gestärkt werden müsse, berichtete Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine. Der Runde gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada an.

Keine Annäherung erreichten die G-7 über die von Lafontaine ins Gespräch gebrachten Zielzonen zur Stabilisierung der Kurse von Euro, Dollar und Yen. So habe der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan entsprechende Vorschläge der namhaften internationalen Volcker-Kommission (Bretton-Woods-Kommission) als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet, berichteten Lafontaine und Tietmeyer.

Zum Schluß der eintägigen Sitzung sagten die G-7 einer Moskauer Regierungsdelegation zu, über die russischen Auslandsschulden zu verhandeln. Voraussetzung sei allerdings, daß sich Rußland mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf die Einhaltung von Reformen wie eine strikte Haushaltspolitik einige.

Noch ungelöst zwischen den G-7-Partnern - insbesondere zwischen Europäern und den USA - ist die künftige Rolle der EU-Kommission in diesem Kreis. Lafontaine räumte "heftige Auseinandersetzungen" über diesen Punkt ein. "Aber wir haben jetzt vermieden, das Klima unnötig zu belasten." Die Gespräche darüber sollten fortgesetzt werden, nachdem sich EU-Kommissar Yves Thibault de Silguy über die Ausladung vom Petersberger Treffen massiv beschwert hatte.

Das von Tietmeyer angeregte "Forum für Finanzmarktstabilität" soll erstmals bei der IWF-Frühjahrstagung in Washington zusammenkommen. Die G-7-Runde nahm auch Tietmeyers Vorschlag an, den Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ/Basel), Andrew Crockett, für zunächst drei Jahre an die Spitze des Forums zu berufen. In dem Forum sollen die G-7-Länder, nationale Behörden und internationale Institutionen wie der IWF zusammenwirken. Es soll Fehlentwicklungen in den Bereichen Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel entgegenwirken.