Metallgesellschaft-Gea Aufsicht prüft auf Insidergeschäfte

Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel prüft, ob beim Bekanntwerden der Verschmelzung beider Unternehmen alles mit rechten Dingen zuging.

Frankfurt - Zeitungsberichte über den bevorstehenden Kauf der Bochumer Gea AG durch die Frankfurter Metallgesellschaft (MG) haben die Wertpapierhandelsaufsicht alarmiert. Der Sprecher des Bundesaufsichtsamtes für den Wertpapierhandel (Bawe), Jürgen Oberfrank, bestätigte am Freitag in Frankfurt, daß die Vorgänge um die Bekanntgabe der Gea-Übernahme intensiv unter die Lupe genommen werden.

Die MG hatte am 8. Februar in einer sogenannten Ad-hoc-Mitteilung die Übernahmepläne veröffentlicht und in einer Pressekonferenz erläutert. Am selben Tage und am Vortag wurde aber bereits über dieses Thema berichtet. "Jetzt fragen wir uns, wie kommt das in die Zeitung", sagte Oberfrank. Zusätzlich fällt für die Wertpapierhandelsaufsicht ins Gewicht, daß der Kurs der MG-Aktie schon in der Woche vor dem Bekanntwerden der Gea-Übernahme überraschend deutlich zugelegt hatte.

Die MG hat nach Angaben einer Sprecherin "keinerlei Anhaltspunkte" für eine undichte Stelle. "Wir legen Wert auf die Feststellung, daß das Bawe nicht gegen die MG ermittelt." Die MG habe bereits am 5. Februar nach Ende einer Aufsichtsratssitzung eine entsprechende Mitteilung an alle deutschen Wertpapierbörsen gegeben. Am folgenden Montag sei diese Mitteilung dann nochmals über die Deutsche Gesellschaft für Ad-Hoc-Publizität (DGAP) verbreitet worden. Dieses Verfahren sei auch vom Bawe gutgeheißen worden.

Das Wertpapierhandelsrecht verlangt, daß Neuigkeiten, die den Kurs einer Aktie beeinflussen können, auf einem gesetzlich vorgeschriebenen Weg in die Öffentlichkeit gelangen müssen. Verboten ist es, diese sogenannten Insidertatsachen vorher zu verbreiten oder für lukrative Geschäfte an der Börse zu nutzen.