Tarifstreit Niedersachsen-Abschluß wieder völlig offen

Der Abschluß in der niedersächsischen Metallindustrie ist noch nicht unter Dach und Fach. Die Unternehmen stimmten dem Kompromiß nun doch nicht zu.

Hannover - Der Tarifabschluß in der niedersächsischen Metallindustrie steht überraschend wieder auf der Kippe. Die Vertreter der Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Metallindustriellen stimmten am Freitag der Einigung ihrer eigenen Tarifkommission mit der IG Metall nicht zu. Das erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Niemsch, am Freitag nachmittag.

Damit sei erneut offen, ob es in Niedersachsen zu einer Übernahme des Schlichtungsergebnisses aus dem Südwesten kommen werde. Die Mitgliedsunternehmen müssen dem Kompromiß bis zum 2. März zustimmen. Andernfalls müsse eventuell erneut mit der Gewerkschaft verhandelt werden. Die Verhandlungsführer der Arbeitgeber hatten sich mit der IG Metall zuvor darauf geeinigt, in Niedersachsen als erstes Tarifgebiet den Schlichtungskompromiß der Metallindustrie im Südwesten zu übernehmen.

Nach dem Kompromiß sollten die Löhne und Gehälter zum 1. März um 3,2 Prozent angehoben werden. Die Arbeitnehmer würden ferner eine Einmalzahlung von einem Prozent des Jahresgehaltes sowie einen Pauschalbetrag von 350 Mark für Januar und Februar erhalten. "Besonders dieser Betrag, aber auch die Einmalzahlung tut uns sehr weh", sagte Niemsch. Die Struktur der Metallindustrie sei in Niedersachsen vor allem durch kleine und mittlere Betriebe geprägt, die bei einer Annahme des Abschlusses wirtschaftliche Schwierigkeiten fürchten müßten.