Japan Elektroriesen schreiben rote Zahlen

Die Elektrokonzernen im Land der aufgehenden Sonne müssen massive Ertragseinbrüche verkraften.

Tokio - Die fetten Jahre sind vorbei. Japans Elektroriesen haben nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 1998/99 (bis 31. März) rote Zahlen geschrieben. So rechnet Toshiba unter anderem wegen einer zu erwartenden Änderung bei der Unternehmensbesteuerung erstmals seit 23 Jahren mit einem Nettoverlust, wie am Freitag mitgeteilt wurde.

Auch für NEC verlief das Jahr erheblich schlechter als vor wenigen Monaten erwartet: Statt eines Minus von 35 Milliarden Yen rechnet NEC nun mit einem Rekordverlust von netto 150 Milliarden Yen (2,2 Milliarden Mark). Als Konsequenz muß Firmenchef Hisashi Kaneko seinen Hut nehmen, wie NEC am Freitag mitteilte.

Doch NEC und Toshiba stehen nicht allein da: Auch Fuji Electric, einer der führenden Hersteller von Elektromaschinen in Japan, mußte seine Gewinnerwartung für dieses Jahr aufgeben und rechnet nun erstmals seit 22 Jahren mit roten Zahlen. Auf netto 12,5 Milliarden Yen bezifferte das Unternehmen den voraussichtlichen Verlust, nach einem Vorjahresgewinn von netto 5,9 Milliarden Yen. Schuld seien der Preisverfall sowie der starke Yen, hieß es. Auch bei NEC wurde die Schuld an dem eigenen Rekordverlust dem starken Yen zugeschrieben, aber auch der Krise in Japan sowie den hohen Umstrukturierungskosten bei der US-Tochter Packard Bell NEC Inc.

NEC, das im vergangenen Jahr in einen Skandal um Wehrbeschaffungsgüter verwickelt war, plant nun, die Zahl der Beschäftigten über die kommenden drei Jahre um 9000 in Japan und weitere 6000 im Ausland zu kürzen. Auch sollen die Kapitalinvestitionen im kommenden Geschäftsjahr um 20 Prozent und die Forschungsausgaben um zehn Prozent reduziert werden. Düstere Stimmung herrscht auch bei Toshiba. Der Konzern wird im laufenden Geschäftsjahr mit einem geschätzten Nettoverlust von 17 Milliarden Yen in die roten Zahlen rutschen.

Schuld seien nicht nur die starke Landeswährung sowie die rezessionsbedingt schwache Nachfrage nach Computersystemen. Hinzu komme vor allem eine zu erwartende Änderung bei der Unternehmensbesteuerung durch das Parlament, hieß es. Ohne diesen Umstand würde sich voraussichtlich ein ausgeglichenes Ergebnis ergeben, hieß es. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen in der Gruppe noch einen Nettogewinn von 7,3 Milliarden Yen erwirtschaftet.