Deutsche Telekom T-Aktie lastet auf dem Dax

Trotz positiver Signale auf einer Analystenkonferenz verliert die T-Aktie gegen den Trend.

Frankfurt am Main – Verluste bei der Aktie der Deutschen Telekom  haben am Dienstagmittag einen noch deutlicheren Anstieg des Dax begrenzt. Das Papier des Schwergewichts verlor bis zum Nachmittag um über vier Prozent auf 10,55 Euro und war über weite Strecken der einzige Wert im Minus. Der Dax  hat unterdessen mit deutlich über drei Prozent zugelegt.

Mehrere Händler waren zunächst ratlos und verwiesen lediglich auf technische Ursachen für den schwächelnden Aktienkurs: Telekom-Papiere waren am Vortag um mehr als fünf Prozent gestiegen. Nun setzten Gewinnmitnahmen ein, hieß es: "Einer leidet immer", sagte ein Händler.

Telekom hält trotz Irak-Krise an Prognosen fest

Dabei hält der Konzern trotz der Risiken eines Irakkrieges und einer weiteren konjunkturellen Eintrübung an seinen Wachstumszielen für 2003 fest. Die Prognose sei "konservativ", sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke auf einer Investorenkonferenz am Rande der Cebit. Einen besonders kräftigen Zuwachs erwartet er vor allem bei T-Mobile USA.

Ricke bekräftigte das operative Ergebnisziel für den Konzern. Demnach wird das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 16,7 und 17,7 Milliarden Euro liegen. Die Prognose gelte auch im "worst case", etwa bei einem Krieg im Irak, sagte Ricke. Im abgelaufenen Jahr hatte die Bonner einen Ebitda-Gewinn von 16,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zum Wachstum sollen alle vier Konzernsparten beitragen.

Der Wachstumsmotor soll das Mobilfunkgeschäft werden. Besondere Hoffnungen setzt Ricke auf die US-Tochter. Das Ebitda von T-Mobile USA soll sich gegenüber dem Vorjahr auf über eine Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Im abgelaufenen Jahr hatte die US-Mobilfunktochter erstmals einen Ebitda-Gewinn verzeichnet. Dieser wuchs gegenüber dem Vorjahr von minus 0,3 auf plus 0,5 Milliarden Euro. Im laufenden Jahre rechnet die Telekom weiterhin mit einem "starken" Kundenzuwachs. Ende 2002 hatte T-Mobile USA 9,9 Millionen Kunden unter Vertrag. Damit belegt die Telekom aber weiterhin einer der hinteren Plätze bei den US-Mobilfunkanbietern.

Schuldenberg schon leicht abgebaut

Nach den Beteiligungsverkäufen der vergangenen Monate soll der Schuldenstand der Telekom auf 58,3 Milliarden Euro sinken. Zum Jahreswechsel lasteten Verbindlichkeiten von 61,1 Milliarden Euro auf dem größten europäischen Telekomkonzern. Zum Abbau trägt unter anderem der Verkauf der verbliebenen TV-Kabelgesellschaften für rund 1,7 Milliarden Euro bei.

Aus dem Teilverkauf von OJSC Mobile TeleSystems (MTS) erwartet die Telekom für den Schuldenabbau 0,5 Milliarden Euro. Der Bonner Konzern wird seine Beteiligung an dem russischen Mobilfunkbetreiber auf bis zu 25,1 Prozent verringern. Fünf Prozent sollen auf dem Markt platziert werden. Für weitere zehn Prozent hat der andere Großaktionär der MTS, die Finanzholding AFK Sistema JSFC, eine Kaufoption. Die 0,5 Milliarden Euro gelten für die Abgabe der gesamten 15 Prozent, sagte ein Telekom-Sprecher.

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