EZB Ängste lähmen die Konjunkturentwicklung

Die Zinsschraube könnte noch weiter gelockert werden. Experten sehen Spielraum für eine Senkung.

Brüssel - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Ansicht des belgischen Notenbankchefs Guy Quaden noch Spielraum für eine weitere Zinssenkung in der Euro-Zone. Quaden, der dem EZB-Rat angehört, sagte in einem am Samstag veröffentlichten Interview der belgischen Zeitung "L'Echo", der Spielraum sei allerdings nicht sehr groß. Derzeit sorge die Ungewissheit und nicht das Zinsniveau für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Er wies darauf hin, dass die EZB in den vergangenen Monaten ihren Leitzins bereits um 0,75 Prozentpunkte reduziert habe.

Zur jüngsten Kursentwicklung des Euro gegenüber dem Dollar sagte der Notenbankchef, er glaube nicht, dass der Euro überbewertet sei. "Man kann derzeit nicht von einer Übertreibung sprechen", sagte er in dem Interview, das vor der jüngsten, starken Dollar-Kurserholung geführt worden war. Jetzt sei der Euro-Anstieg gut für Europa, fuhr Quaden fort. So spüre man in der Euro-Zone den jüngsten Ölpreisanstieg nicht so stark. Der Ölhandel findet in Dollar statt.

Die derzeitigen wirtschaftlichen Probleme hätten andere Ursachen als das Zinsniveau, fuhr der Notenbanker fort. "Das ist das Ausmaß der Ungewissheit", sagte er mit Blick auf die Irak-Krise.

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