Bankgesellschaft Berlin Statt Dividende mehr Risikovorsorge

Das Finanzinstitut kämpft weiter mit Problemen im Immobiliengeschäft und einer stagnierenden Konjunktur. Nach einer erhöhten Risikovorsorge sollen die Aktionäre für 1998 keine Dividende erhalten.

Berlin - Das operative Konzernergebnis sei nach vorläufigen Zahlen um mehr als 50 Prozent gestiegen und zur Risikoabdeckung im Kreditgeschäft genutzt worden, teilte die Bankgesellschaft Berlin am Donnerstag abend mit. Auch solle Vorsorge für die eingeleiteten Maßnahmen zur Restrukturierung getroffen werden.

Der Risikoaufwand im Kreditgeschäft des Konzerns werde für 1998 etwa 1,8 Milliarden Mark netto betragen und damit weit mehr als 1997 mit 700 Millionen Mark. "Der Vorstand wird deshalb keine Dividendenausschüttung für 1998 vorschlagen", hieß es. Für 1999 sei jedoch eine "deutliche Ergebnisverbesserung im Konzern zu erwarten".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das 1994 gegründete Institut beim operativen Konzerngewinn mit 2,6 Milliarden Mark das bisher beste Ergebnis. 1997 betrug es vor Risikovorsorge 1,7 Milliarden Mark. Das Betriebsergebnis verdoppelte sich auf 1,4 Milliarden Mark. Dagegen sackte der Gewinn vor Steuern von 600 Millionen auf 400 Millionen Mark.

Die im Zuge der Neuausrichtung beschlossene Fusion der Berliner Bank AG auf die Muttergesellschaft zum 1. Januar 1999 habe weitere erhebliche Risiken im Kreditgeschäft sowie Schwächen in der Kostenstruktur sichtbar gemacht, hieß es. Daraus resultierten ein Risikoaufwand von etwa 900 Millionen Mark sowie Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Marl allein für die Berliner Bank. Die Bankgesellschaft hatte die Neuausrichtung nach dem gescheiterten Zusammengehen mit der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) in Angriff genommen.