Bayer US-Klage wegen Nazi-Zeit anhängig

Gegen den Pharmakonzern ist in den USA eine Klage wegen dessen Rolle in der Zeit des Nazionalsozialismus' eingereicht worden.

Terre Haute - Dem Konzern wird vorgeworfen, in der NS-Zeit mit den Nazis zusammengearbeitet zu haben. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsakten hervor. Die Klägerin, die Holocaust-Überlebende Eva Mozes Kor, wirft dem Bayer-Konzern vor, Gefangene aus Konzentrationslagern gekauft und sie für Menschen-Experimente mißbraucht zu haben. Ein Bayer-Sprecher in den USA sagte, er sei "sehr überrascht" von den Vorwürfen.

Die aus Rumänien stammende Klägerin und ihre Schwester Miriam hätten zu Zwillingspaaren gehört, an denen der KZ-Arzt Josef Mengele in Auschwitz "groteske medizinische Experimente" unternommen habe, heißt es in der Klageschrift. Bei den Experimenten sei seinerzeit neben Mengele auch ein Vertreter des Bayer-Konzerns anwesend gewesen, dessen Name mit Dr. Koenig angegeben wird, hießt es weiter. Bayer habe die Experimente beobachtet und überwacht, um sie für die eigene Forschung und Entwicklung zu nutzen, wirft die Klägerin dem Unternehmen vor.

Der Bayer-Konzern zählt zu den deutschen Großunternehmen, die in dieser Woche einen Entschädigungsfonds für NS-Opfer gegründet haben.