WCM Der Abschreibungs-Hammer

Abschreibungen von mehr als 600 Millionen Euro drücken das operative Ergebnis kräftig. Die Verluste des Konzerns sind so hoch wie der Umsatz. Vorstandschef Roland Flach setzt seine Hoffnung nun auf eine Normalisierung der Aktienmärkte.

Hamburg/ Frankfurt am Main - Die Beteiligungs- und Grundbesitz Gesellschaft WCM  hat im Geschäftsjahr 2002 wegen Sonderabschreibungen einen hohen operativen Verlust ausgewiesen. Das Unternehmen kündigte allerdings an, im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Konzern betrug minus 860 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Die Höhe der Sonderabschreibungen gab WCM mit 617 Millionen Euro an. Sie beziehen sich primär auf Aktienbestände des Unternehmens.

Vorstandschef Roland Flach hatte bereits Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit manager-magazin.de weiteren Abschreibungsbedarf angedeutet und dies mit der selbst auferlegten Verpflichtung begründet, den Kapitalmärkten gegenüber ein Höchstmaß an Transparenz zu gewährleisten.

Bilanzpressekonferenz am 24. April

Sollte sich die Situation an den Börsen wieder normalisieren, sehe Flach indes keinen Grund, dass das Unternehmen auch im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben werde, hieß es am Freitag. Den vollständigen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2002 wird WCM auf der Bilanzpressekonferenz am 24. April vorlegen. Das Ergebnis für das erste Quartal 2003 werde am 27. Mai veröffentlicht.

Die Umsätze des Konzerns blieben den weiteren Angaben zufolge mit 880 Millionen Euro nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (884,5 Millionen Euro). Das Segment Immobilien, nach eigenen Angaben immer noch das Kerngeschäft von WCM, sei von der negativen Entwicklung indes nur wenig betroffen gewesen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Aktie der im MDax notierten WCM  war nach der Mitteilung zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt worden. Nach Wiederaufnahme des Handels weitete das Papier seine Verluste zeitweise auf bis zu zehn Prozent aus, konnte sie aber bis 15.15 Uhr aber auf 3,30 Prozent oder 1,73 Euro begrenzen. Seit März vergangenen Jahres haben die Titel rund 80 Prozent ihres Wertes verloren.

Immobilienbestand von 53.400 Wohnungen

Dem WCM-Konzern gehören sechs ehemals gemeinnützige Wohnungsunternehmen an, die insgesamt einen Wohnungsbestand von 53.400 Wohnungen bewirtschaften. WCM ist eigenen Angaben zufolge unter anderem zu 83 Prozent an den Klöckner-Werken beteiligt. Der Anteil an der Commerzbank bezifferte das Unternehmen auf 5,5 Prozent, den an der IVG Holding auf 54,5 Prozent.

Großaktionär der Beteiligungsgesellschaft WCM ist der Hamburger Millionär Karl Ehlerding. Seine Familie hält rund 46 Prozent an WCM. Ehlerdings hatte allerdings in der Vergangenheit erklärt, dass er sich von einem Teil der Papiere trennen wolle, um seine privaten Schulden in Millionenhöhe zu begleichen.

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